Vielsanierer Müller: "Es geht gut voran in der Ex-Frauenklinik"

Aus Kreißsaal und Co. wird individueller Wohnraum. Wann die Ersten einziehen können, steht bereits fest.

Plauen.

Wer den Jahreswechsel in einem neuen Lebensumfeld feiern möchte, könnte ab Ende Dezember in eine der 13 dann frisch sanierten Wohnungen in einem Teil der ehemaligen Frauenklinik an der Melanchthonstraße 5 einziehen. Das hat Gebäudesanierer Frank Müller gestern beim Vor-Ort-Termin in Aussicht gestellt. "Es wird noch kein Fahrstuhl eingebaut sein, Balkone gibt's auch noch nicht, und das Treppenhaus wird wohl für geraume Zeit einer Baustelle gleichen", so Müller, doch bezugsfertig im besten Sinne sei der individuelle Wohnraum, teils mit Fußbodenheizung, allemal.

Vom 58-Quadratmeter-Appartement bis zum 135-Quadratmeter-Dachgeschoss-Luxus-Quartier: Müller bietet dort, wo sich ehedem Kreißsaal und Co. befanden, für alle Geldbeutel etwas. "Und dabei hat jede Wohnung ihren ganz eigenen Charme", sagt der Düsseldorfer mit Plauener Wurzeln.

Hinter den Mauern des Doppelhauses von 1904 wurden bis kurz vor der Jahrtausendwende nicht nur Generationen von Spitzenstädtern geboren. Das Gebäude diente auch als normales Krankenhaus und beherbergte eine Gaststätte sowie ein Hotel. Für knapp 50.000 Euro hatte es Müller von der Stadt gekauft. Bei dem bis vor Kurzem noch "schlimmen Zustand" (Müller) kann man sich kaum vorstellen, welches Schmuckstück er aus der tristen, längst vor sich hin bröckelnden früheren Frauenklinik machen will. "Von außen wird das Haus angestrahlt", so das Vorhaben des emsigen Bauunternehmers. "Sein" Plauen, das mag Müller sehr, wie er gern betont. Über 90.000 Quadratmeter Wohnraum und an die 1600 Wohnungen, vorwiegend aus der Gründerzeit, hat er hier saniert. "Eine Glaskugel habe ich nicht, aber ich glaube, dass die Stadt weitaus größeres Potenzial hat als teilweise bekannt ist", sagt der Mittfünfziger. Dabei spreche objektiv viel für den Standort - eine von deutschlandweit vier Modellkommunen. Über diesen Titel habe sich Müller sehr gefreut. Er beobachte seit Jahren die wachsende Bevölkerungszahl, die Neuansiedlung von Industrie sowie steigende Mieten, so Müller.

Er will den vergessenen Plauener Gebäuden treu bleiben. Aktuell saniert sein Team zwölf Häuser, etwa in der Anton-, der Liebknecht- und der Schillerstraße. Die Ex-Frauenklinik werde ein Vorzeigeobjekt, so der alleinerziehende Vater eines elfjährigen Sohnes.

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