Vogtländer bauen Stahl-Koloss: Polarschlitten für sechs Container

Die Jocketaer Maschinenbauer von Lehmann-UMT vollenden gerade gemeinsam mit ihren Partnern von Stahlbau Weischlitz einen Spezialauftrag für die Antarktis.

Jocketa/Weischlitz.

Die Jocketaer Maschinenbauer von Lehmann- UMT sind bekannt für die Entwicklung und Fertigung von Polarschlitten. In diesen Tagen sorgt ein weiterer Spezialauftrag für Aufsehen.

Die Dimension des für eine russische Forschungsstation in Auftrag gegebenen Transport-Schlittens übertrifft dabei alles bisher Dagewesene, bestätigte UMT-Betriebsleiter Jonathan Gehmlich. "In dieser Größenordnung haben wir noch keinen Schlitten gebaut." Der 17 Meter lange Stahl-Koloss hat eine Traglast von 60 Tonnen. Die Konstruktion des gigantischen Prototyps ist für sechs Container ausgelegt.

Maßgeblich beteiligt an diesem Projekt sind die Firma Stahlbau Weischlitz-Rosenberg und das Ingenieurbüro Bernd Rudat aus Plauen. In der Produktionshalle in Weischlitz erfolgte unter der Woche die Abnahme. Kurz darauf wurde der tonnenschwere Schlitten-Rahmen per Kran wieder von den riesigen Stahlkufen gehoben. Bevor die einzelnen Baugruppen am Mittwoch per Lkw in Richtung Bremerhaven zur Verladung aufs Schiff rollen, werden alle Einzelteile noch fachgerecht lackiert.

Aufgrund seiner wuchtigen Ausmaße kann der Gigant nicht im Ganzen transportiert werden. Nach der Überfahrt in die Antarktis werden die einzelnen Elemente bei bis zu minus 60 Grad wieder zusammenmontiert.

Andrea Lausmann, UMT-Marketing-Mitarbeiterin, sprach von einer tollen Zusammenarbeit mit den Partnerunternehmen. "Wir haben das Ganze in Rekordzeit geschafft." Von der Konstruktion bis zur Auslieferung vergingen gerade mal drei Monate.

In der eigenen Halle am Standort Jocketa wäre die Umsetzung aufgrund der momentan guten Auslastung und der Dimension des Schlittens nicht möglich gewesen, so Lausmann. Nach ihren Informationen musste der Auftrag wegen der Russland-Sanktionen vom Wirtschaftsministerium abgesegnet werden. Letztlich habe es aber keine Probleme gegeben. Die Jocketaer pflegen seit Jahren Geschäftsbeziehungen mit russischen Unternehmen. Besonders gefragt ist die Filter- und Fördertechnik aus dem Vogtland.

Im Bereich Sondermaschinenbau lieferte das Familien-Unternehmen bereits über 150 Schlitten in die ganze Welt. Damit transportieren die Forschungsteams unter anderem die Ausrüstung sowie Heizöl und Container.

Bei der Lehman-UMT sind aktuell 85 Mitarbeiter angestellt. Nach Informationen aus der Geschäftsleitung ist das Geschäftsjahr bisher bestens verlaufen. Aktuell stehen über zehn Prozent Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahr zu Buche.

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