Vogtländer wollen eigene Leitstelle

Die Ausgaben für den Vogtlandkreis sind nach der Schließung der Leitstelle Plauen sprunghaft gestiegen. Die FDP ist für einen Kostencheck aller Rettungsleitstellen in Sachsen. Die Linke bringt einen Standort im Vogtland ins Gespräch.

Der Konflikt um die sprunghaften Kostensteigerungen in der Rettungsleitstelle Zwickau wird mehr und mehr zum Konflikt um die Entscheidung für einen sogenannten "Reservestandort", der künftig erforderlich sei. "Jetzt liegen Pläne für den notwendigen Neu- bzw. Ergänzungsbau in Zwickau vor", erklärt die FDP-Kreistagsfraktion und plädiert dafür, die Kosten aller Rettungsleitstellen Sachsens zu untersuchen und erst dann über Standorte zu entscheiden. Die Liberalen ermuntern Landrat Rolf Keil (CDU), eine solche Evaluierung im Sächsischen Landkreistag anzuschieben.

Noch einen Schritt weiter gehen die Linken im Vogtlandkreis. Henry Ruß, Vorsitzender der Kreistagsfraktion der Linken, hält auch aus praktischen Erwägungen einen Standort im Vogtland für sinnvoll. "Noch immer werden Einsatzfahrzeuge falsch geleitet, weil es in Zwickau zu wenig Kenntnisse zum Vogtland gibt", erklärt Ruß. Er beruft sich auf Aussagen aus Feuerwehrkreisen.

Der Freistaat hatte die Konzentration von 15 Rettungsleitstellen an fünf Standorten gegen politische Widerstände durchgesetzt und 2014 vollzogen. Die Rettungsleitstelle Plauen wurde geschlossen, die Aufgaben übernahm Zwickau. Statt der angekündigten Ersparnis sind die jährlichen Kosten, die der Vogtlandkreis für die Rettungsleitstelle aufbringen muss, von knapp 500.000 auf 1,2 Millionen Euro gestiegen.

Jens Leistner, Geschäftsführer des Rettungszweckverbandes Südwestsachsen, hatte im Vorfeld der damaligen Entscheidung ermittelt, dass die Fusion finanziell nichts bringe. "Schon seinerzeit favorisierten wir eine Lösung mit zwei Standorten."

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.