Vogtland-Natur pur begeistert Kinder aus der Großstadt

Auf der Wieselburg von Thomas Hohl erleben Stadtkinder unbeschwerte Ferien. Ein Floß bauen, baden im nahen See oder am Lagerfeuer sitzen, ist viel interessanter, als mit dem Handy zu spielen - sagen die Kinder selbst.

Stelzen/Kornbach.

Insgesamt 23 Kinder verbrachten jetzt eine gemeinsame Ferienwoche auf der Wieselburg von Naturpädagoge Thomas Hohl aus Kornbach. Weitab von Leipzig, ihrer Heimatstadt, erlebten die Mädchen und Jungen im Alter zwischen acht und 14 Jahre nahe Stelzen fünf Tage mitten in der Natur. "Für einige Kinder ist es das erste Ferienlager überhaupt", berichtete Melanie Heyde, Naturpädagogin in Leipzig. Sie leitete das Feriencamp mit vier weiteren Betreuern. Die Sozialwissenschaftlerin führt regelmäßig naturpädagogische und umweltbildnerische Projekte durch, auch auf der Wieselburg war sie schon mehrmals mit Kindern.

"Die Naturpädagogik vermittelt auf sinnliche und ganzheitliche Art Inhalte, die sich um den Zusammenhang zwischen Mensch und Natur drehen", beschreibt Heyde ihre Arbeit mit den Kindern in der Natur. Auf spielerische Weise lassen sich Dinge in Erfahrung bringen und selbstständig entdecken und erforschen. Die Kinder zeigten sich begeistert: "Mir gefallen besonders der Wald und der See, und dass wir viel in der Natur sind", sagte Lenja. Die Zwölfjährige nahm zum dritten Male am Feriencamp in Stelzen teil. Cynthia, heute 19 Jahre alt, war ebenfalls einige Male in den Ferien dabei, diesmal erstmals als Betreuerin. Einige der Kinder kannten sich bereits vorher, aber es entstehen auch neue Freundschaften. "Ich mag es, dass man Verantwortung übernehmen kann", sagte Theo, neun Jahre alt. Sei es als Küchendienst oder Wasser holen. Und: "Wir haben sehr viel Freizeit, haben ein Floß gemeinsam gebaut." Damit setzen die Kinder ihre eigenen Ideen um. Mit dem Floß ging es dann über den See. Vermissen die Mädchen und Jungen nicht das Handy? "Dafür haben wir gar keine Zeit", sagte Theo sogleich.

Die Nachtwanderung war natürlich noch ein Höhepunkt. Auch selbst zu kochen, ist immer ein Erlebnis. "Wir haben Eierkuchen gebacken, Nudeln gekocht oder Kartoffeln mit Quark", berichtete Melanie Heyde. Angereist war die Leipziger Feriengruppe ganz umweltfreundlich. Mit dem Zug ging es bis Weischlitz, von dort mit dem Bus bis Stelzen und dann zu Fuß hoch zur Stelzenhöhe. Und genauso - dazu mit Erlebnissen voll gepackt - ging es auch wieder zurück.

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