Vogtlandkreis macht im Internet freie Pflegeheimplätze sichtbar

Die Kreisbehörde baut ihr Internetangebot aus und erleichtert Pflegebedürftigen und ihren Familien sowie Krankenhäusern und anderen Einrichtungen die Arbeit deutlich.

Wer nach einem freien Platz in einem Pflegeheim der Region sucht, der braucht jetzt nicht mehr lange herumzutelefonieren, sondern bekommt diese Information im Geoportal des Vogtlandkreises angezeigt. Man klickt auf der linken Seite einfach auf "Themen" und wählt dann "Familie und Soziales" aus. Es erscheint als eine von mehreren Auswahlmöglichkeiten auch der "Pflege-Monitor". Auf der nebenstehenden Karte erscheinen rote und grüne Rechtecke. Hinter den grünen Feldern verbergen sich freie Plätze. Nach einem Klick auf das Grün erfährt der Seitennutzer Näheres über deren Anzahl und darüber, um welche Art von Heimplatz es sich genau handelt.


"Es sind alle Heime vertreten", versichert Hans-Jürgen Arndt, Sachbearbeiter Geoinformation im Landratsamt. Dazu kommen noch einige Tagespflegeeinrichtungen. Zusammen sind es 54 Teilnehmer, die einen eigenen Zugang zum Geoportal haben und ihre Daten selbst einstellen. Ob also ein Platz frei ist oder zwei, ob ein männlicher Bewohner für ein Doppelzimmer gesucht wird oder eine Frau. Diese und mögliche weitere Angaben stammen von den Anbietern. Der Vogtlandkreis sei dafür nicht verantwortlich, stellte der Sachbearbeiter klar.

Allzu viele freie Plätze sind nicht vorhanden. Am gestrigen Mittwoch waren es sieben. "Die Pflegeheime kalkulieren mit einer Auslastung von 95 Prozent", erklärt Vize-Landrat Uwe Drechsel dazu. Zudem bestünden bei einigen Häusern wegen der großen Nachfrage auch Wartelisten. Man habe sich aber als erster Landkreis im Freistaat Sachsen für diesen neuen Service entschieden, um es den Pflegebedürftigen, deren Familien, den Beratern in den Beratungsstellen und den Krankenhäusern leichter zu machen. Es lässt sich auch eine Liste der freien Plätze aufrufen und ausdrucken.

"Stellen Sie sich vor, es ist Freitag und eine pflegebedürftig gewordene Patientin soll aus dem Krankenhaus entlassen werden, aber es ist unklar, wohin", berichtet Silke Schwabe vom Pflegenetzwerk Vogtland von ihren Erfahrungen. Die Angehörigen seien dann schnell überfordert, wenn sie selbst nicht pflegen können und auch kein geeigneter Wohnraum dafür vorhanden ist. Meistens fange dann das lange Telefonieren an, bis endlich eine Unterkunft ausgemacht ist. Das sei jetzt nicht mehr nötig. Man müsse jetzt nur noch die Heime anrufen, die Kapazitäten eingetragen haben. Dass etwa ein Langzeitpflegeplatz in einem Doppelzimmer ab 25. Juli in einem der Häuser zur Verfügung steht, sei dann schnell zu erfahren.

Das Angebot im Geoportal soll noch in diesem Jahr um weitere Angaben ergänzt werden. "Denken Sie an die Suche nach ambulanten Pflegediensten, was ein ebensolches Problem ist", sagt Uwe Drechsel. Man hoffe hierbei, dass die Pflegedienste der Region ebenso wie jetzt die Pflegeheime ihre Bereitschaft zur Teilnahme an dem Internetangebot erklären und am besten alle mitmachen.

Unterdessen interessieren sich bereits andere Landkreise für diesen kostenlosen Internetdienst der Verwaltung. Anfragen aus Meißen, Nordsachsen und Leipzig zu diesem Projekt liegen vor. Denn ähnliche Seiten könne man im Internet zwar finden. Aber die seien oft kostenpflichtig, unvollständig oder mit der Preisgabe persönlicher Daten verbunden. All das ist beim Pflege- Monitor des Vogtlandkreises nicht der Fall. Das Vogtland ist mit diesem Monitor der Vorreiter im Freistaat Sachsen. Aktuell eingeschrieben sind für die Region 54 Pflegeeinrichtungen mit 3507 Betten und 188 Tagespflegeplätzen. Bei der Tagespflege sind noch nicht alle Einrichtungen dabei. Weitere sollen demnächst folgen.

www.geoportal.vogtlandkreis.de

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