Von der Poesie des Tanzes

Anmut und Leidenschaft, vereint in einem Fotoband. Das Projekt einer vogtländischen Tanzlehrerin und eines bayrischen Fotografen soll als Vorlage für eine Schau im Sommer in Netzschkau dienen.

Plauen/Weiden.

Ganz besondere Büchlein haben Weihnachten einen Platz auf so manchem Gabentisch gefunden. Der Fotograf Peter Klein aus Weiden hat dafür Profi- und Laientänzerinnen aus dem Vogtland porträtiert. Sie alle kamen während der Coronapause ins Tanzstudio Merhaba in Plauen-Steinsdorf, wo das Projekt "Passion Dance - Fotografien einer Leidenschaft" seinen Ursprung hat.

Die Inhaberin und Tanzlehrerin Melanie Tilch arbeitet seit mehreren Jahren mit dem Oberpfälzer zusammen. Bei einem Fotoshooting in Weiden fiel ihr das Fotobuch "Instrument en noir et blanc" in die Hände. Dort hatte der Fotograf Musikerinnen mit ihren Instrumenten fotografiert und alles in minimalistischer Schwarz-Weiß-Fotografie festgehalten. Die Tanzlehrerin fand die Aufnahmen faszinierend. "So etwas könnte man doch auch mit Tänzerinnen machen", äußerte sie eine Idee, die sofort auf fruchtbaren Boden fiel.

Melanie Tilch wandte sich an Frauen, mit denen sie zusammenarbeitet. "Wer hat Lust auf schöne Fotos?", fragte sie in ihrem Volkshochschulkurs und in den Gruppen im Tanzstudio. Sowohl in den Kursen für orientalischen Tanz als auch bei den Burlesque-Damen war das Interesse groß. Außerdem begeisterte sie professionelle Tänzerinnen wie die Samba-Expertin Bianca da Lima Cerqueira aus Plauen oder eine befreundete Tanzlehrerin aus der Oberpfalz. Die abgebildete Ballett- und die Gardetänzerin brachte der Fotograf aus Weiden mit. Eine fast schon logistische Meisterleistung bestand darin, die Frauen und den Fotografen in Steinsdorf ohne große Wartezeiten in entspannter Atmosphäre zusammenzubringen. Das Studio und die dazugehörigen Sozialräume boten den Rahmen. Es gab Kaffee, Tee und ein Stückchen Kuchen. Und für alle, die es eher ein bisschen prickelnd lieben, stand auch ein Glas Prosecco bereit.

Das Buch vereint 23 Tänzerinnen mit jeweils zwei Fotos in verschiedener Tanzkleidung. Bauchtanzkostüme mit Pailletten und Tüchern, Requisiten moderner Arten des orientalischen Tanzes wie Isis-Flügel oder Fächerschleier, gestärkte Ballettröckchen, südosteuropäisch anmutende Tanzkleider, eindrucksvoller Kopfschmuck und knappe Mieder oder Strapse sorgen für Abwechslung. Die Frauen hatten ihre Lieblingsoutfits mitgebracht. Bei der Sichtung der Fotos fiel auf, dass die knallroten, weißen oder kräftig bunten Kostüme eine ganz eigene Wirkung entfalten. Deshalb wurde von den ursprünglich geplanten Schwarz-Weiß-Fotos auf eine farbenprächtige Präsentation umgeswitcht. Der Betrachter sieht Frauen, die den Tanz als Beruf oder aus vollkommen unterschiedlichen Motiven heraus zu ihrem Hobby gewählt haben, einige schon lange, andere erst seit kurzer Zeit. Statt glattgebügelter Models trifft er auf weibliche Wesen mit Ecken, Kanten und Problemzonen, wenige jüngere, dafür mehrere in mittleren Jahren und einige jenseits der 60. Sie alle strahlen Lebensfreude und Sinnlichkeit aus. "Ich bin vor allem von der Kreativität der verschiedenen Tänzerinnen angetan", fasste Peter Klein seine Begeisterung zusammen.

Zum Projekt soll es eine Ausstellung geben, in deren Rahmenprogramm einige der Tänzerinnen zu erleben sein werden. Sie ist für den Sommer im Schloss Netzschkau geplant und wird mit Fotos des Musikerinnenprojektes kombiniert.

www.bauchtanz-plauen.de

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