Von Puderrosa bis Minzmakrone: Plauenerin fertigt grazile Gebilde

Nadine Köhler stieß per Zufall auf ein Hobby, das sich zum Gewerbe gemausert hat. Ihre Werke aus Papier sind inzwischen heiß begehrt. Doch die Arbeit mit dem zarten Material hat auch harte Seiten.

Plauen.

Wenn die Reha im Jahr 2013 nicht gewesen wäre, gäbe es wohl keine Papierwolke. Unter diesem Namen erstellt Nadine Köhler (35) heute filigrane Handarbeiten aus Papier. "Ich liebe Papier, Farben und was daraus wird", sagt die Familienmutter. Eine Mit-Patientin zeigte ihr damals, wie sich Origami-Sterne basteln lassen. Als Köhler wieder zu Hause war, besorgte sie sich eine Papier-Schneidemaschine. "Ich habe gleich weitergemacht", erzählt sie.

Papier, Stempel und Stempelkissen bestellte sie im Internet. Nicht nur zum Selberbasteln, sondern auch als Vertrieblerin für weitere Interessenten. "So wie Tupper, nur mit Papier", erklärt sie das Prinzip. Merlotrot, Puderrosa, Mangogelb oder Minzmakrone heißen die Farben. Ihre ersten Handarbeiten bot die 35-Jährige vor bald fünf Jahren auf einem Ostermarkt in Krebes an. Ein Plauener Laden kaufte ihre Karten. Ihr erster größerer Markt fand 2015 im Malzhaus statt. Kapelle Neuensalz, Weisbachsches Haus, Schloss Netzschkau folgten. Inzwischen sei ihr Stand am Ende jedes Marktes total ausverkauft, schmunzelt Köhler.

Zur Weihnachtszeit beliebt sind sogenannte Auszeitboxen mit einem Badezusatz, Tee, Teelicht und Lesestoff, aber auch Tüten mit 15 Minuten Weihnachten: Lebkuchen, heiße Schokolade, Kerze und eine Weihnachtsgeschichte. Übers Jahr fragen Kunden bei ihr vor allem Hochzeitskarten an: Einladungen, Platzkarten, Verpackungen für Gastgeschenke. Ihre Kunden kommen aus dem Vogtland, Sachsen, Thüringen, sogar aus Österreich.

Auch "Explosionsboxen", die nach dem Öffnen effektvoll auseinanderfallen und ihr Inneres offenbaren, seien begehrt, erzählt die Plauenerin. Sie fertigt auch Papier-Kunstwerke für Firmen, Jugendweihe, Schulanfang oder Geburtstage an. "Mein Stil ist eher schlicht", erklärt die pharmazeutisch-technische Assistentin. Aber es zähle, was der Kunde sich wünscht. Dann setzt sie sich in ihr schlichtes weißes Bastelzimmer und legt los. "Manchmal bin ich fast traurig, wenn das Ausprobieren vorbei ist und der Entwurf steht", gibt sie zu. Ab und zu wird es aber auch stressig. Dass Kater Einstein sich mitten ins Material setzt, wenn er Aufmerksamkeit braucht, ist da noch das Geringste. Ihr Mann halte ihr den Rücken frei, sagt die 35-Jährige, ihr Vater helfe beim Papierzuschneiden und mit ihrer Mutter bei der Kinderbetreuung, wenn für die Papierwolke viel los ist. "Sicher lässt sich manches online günstiger bestellen", sagt Köhler. "Aber ich mache eben nix von der Stange. Sondern Handarbeit."

www.papierwolke.com

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