Vorschlag gegen neue Fluten: Dämme sollen Elster bremsen

Die Talsperre Pirk kann Wassermassen wie Ende Mai nur begrenzt auffangen. Wie kann dennoch gegengesteuert werden?

Elsterberg/Taltitz.

Die Weiße Elster soll nach Informationen des CDU-Landtagsabgeordneten Andreas Heinz in den kommenden anderthalb Jahren zwischen dem Pegel Adorf und dem Ende des sächsischen Abschnittes bei Elsterberg vermessen werden. Der Sinn soll darin liegen, anhand der Höhenprofile Modelle für bestimmte Wasserstände des Flusses zu erarbeiten, sagte der 58-Jährige bei einem Vor-Ort-Termin zu Unwetterschäden in der Gemeinde Mühlental. Aus den Modellen soll abgeleitet werden, wie hoch ein Damm, eine Mauer an einem bestimmten Ort sein soll, um für definierte Hochwassersituationen ausreichend zu sein. "Auch das Bewirtschaftungsmanagement der Talsperre Pirk wird mittelfristig überdacht werden müssen", ist der Abgeordnete überzeugt. Dies sei nicht kurzfristig machbar mit dem Kompromiss des Stausees zwischen Stauraum, touristischer Nutzung und Niedrigwasser-Aufhöhung, so Heinz. "Es soll neue Regel geben in Abhängigkeit vom Pegelstand in Adorf, um schneller mehr abzulassen", sagte der CDU-Politiker. Die Talsperre Pirk ist aus seiner Sicht für das Einzugsgebiet zu klein - und es dürfe bei allen Veränderungen auch nicht dazu kommen, dass künstliche Hochwasser im Elstertal unterhalb der Talsperre Pirk ausgelöst werden. "Um in Kürbitz die Siedlung schützen zu können, werden wir mit kleinen Dämmen etwas machen müssen", ist Heinz überzeugt. Vorstellbar ist aus seiner Sicht auch ein Damm im Elstertal zwischen Oelsnitz und Adorf, um den Wasserablass des Flusses zu steuern. Nach Meinung von Heinz würde dies etwas bringen, dürfe aber keine großen Beeinträchtigungen für das normale Leben und die Nutzung der betreffenden Flächen mit sich bringen.

Der CDU-Politiker setzt zudem auf das im Aufbau befindliche Hochwasserinformations-Zentrum an der Luppe bei Leipzig, welches er kürzlich besuchte. Die Demonstrations-Anlage, gestartet als Beratungsort für die Abwasserentsorgung, soll Anlaufstelle für Menschen sein, die sich privat bei der Hochwasservorsorge beraten lassen wollen. Ein nach dieser Beratung ausgestellter Schein soll als Nachweis von Vorsorgemaßnahmen später in der Abwicklung von Schäden mit Versicherungen helfen, sagte Heinz.

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2Kommentare
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    voigtsberger
    18.08.2018

    @WT, alles richtig für die Gemeinden unterhalb der Talsperre. Aber wie ich schon in anderen Kommentaren geschrieben habe und es in der FP keine Antwort gab, weshalb wurde "die Pirk" so extrem angestaut, wo sich die Unwetter schon von Hessen her abzeichneten? Aber auch eine Umgestaltung der LW beim Anbau von für das OVL nicht geeigneten Monokulturen, für die Biogas und Rapsoel Gewinnung und den damit nur Oberflächlich bearbeiteten Böden, die kein Wasser mehr aufnehmen und den Anbau von Monokulturen für Bio-Energie, auf Flächen die schon die "Alten" nur zum Beweiden oder als Grünfutter nutzten, warum wohl und da helfen auch keine Dämme, denn es ist zwischen Oelsnitz und Adorf nicht das Wasser, sondern der Schlamm und Geröll das Hauptproblem und da sollten Subventionen für die LW neu bewertet werden und all die Verdichtungen im Umfeld von Bächen und der Weisen Elster regeneriert werden!

  • 2
    0
    WilhelmTell
    18.08.2018

    Manche lernen es NIE! Vielleicht sollte die LTV mal über den Zaun schauen wo ihrekleine landvogtliche Welt immer noch mit Brettern vernagelt zu sein scheint?
    HW-Schutz muss Priorität vor Freizeitnutzung haben, darüber sollte Einigkeit bestehen! Also ist es naheliegend, billig und wirkungsvoll den Wasserspiegel der TS-Pirk im Winter soweit abzusenken, dass sie auch ein außergewöhnliches Frühjahrshochwasser schadlos zurückhalten kann.
    Wenn man dann (auch gegen den Widerstand der Pirktouristen und davon provitierenden) sicherstellt, dass die Sperre auch den Rest des Jahres über genügend Freibord für die Aufnahme von Estremniederschlägen haben muss - ist die HW-Gefahr schnell, sicher und ohne großen Aufwand gebannt!



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