Vosla: Gewerkschaft fordert Investitionen

IG Metall appelliert an Eigentümer und Freistaat - Auch Sorgen bei MAN

Plauen.

Nach dem Besuch von Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) im Plauener Vosla-Werk hat die Gewerkschaft IG Metall die Gesellschafter zu mehr Engagement aufgefordert. "Die Eigentümer rühren sich zu wenig", sagt Thomas Knabel, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Zwickau. Nach der Insolvenz von Vosla im Jahr 2017 hatte die Beteiligungsgesellschaft DI Mittelstand das Traditionsunternehmen gekauft. "Die Eigentümer müssen erhebliche Investitionssummen leisten", fordert Knabel. Auch in die Qualifikation von Mitarbeitern müsse investiert werden.

Vosla befindet sich in einer schwierigen Situation. Der Markt für Halogenlampen für die Automobilindustrie schrumpft - bisher das Hauptgeschäft der Lampenbauer. Die Umstellung auf neue LED-Technologie sei laut IG Metall spät erfolgt. Seit Monaten steht ein Stellenabbau im Raum. In zwei Monaten soll dazu Klarheit herrschen, so Vosla-Geschäftsführer Carsten Riedel.

Unterdessen soll auch die Landesregierung nach Ansicht der IG Metall mehr tun. Der Freistaat müsse den Mittelstand besser fördern - nicht nur, um den Status quo zu erhalten, sondern auch, um ihn fit zu machen für die Zukunft. Knabel: "Ohne Geld ist das nicht möglich".

Sorge bereitet der Gewerkschaft nicht nur die Situation bei Vosla. Auch Plauens Busbauer schauen mit bangem Blick zum Eigentümer: Der MAN-Konzern hat angekündigt, jede sechste Stelle zu streichen. "Wir müssen beobachten, ob und wie sich das auf den Standort in Plauen mit derzeit rund 150 Mitarbeitern auswirken wird", so Knabel. Auf die Frage, ob Plauen von den Streichungsplänen betroffen ist, wollte sich der Konzern auf "Freie Presse"-Anfrage nicht äußern. (nd)

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