Wahl in Pöhl: Bürgermeisterin hofft jetzt auf bessere Zeiten

Die Dorfgemeinschaft rund um die Talsperre wird weiter von Daniela Hommel-Kreißl geführt. Doch der Wahlkampf hat Spuren hinterlassen.

Pöhl.

Sie macht weiter. Als sie wusste, dass sie gewonnen hat, kam Daniela Hommel-Kreißl (FDP) mit ihrem Ehemann und den beiden Töchtern ins Wahllokal nach Jocketa. Das lag am Sonntag im Speisesaal der Grundschule, und der Gemeindewahlleiter hatte dort am Abend das Ergebnis verkündet. Hommel-Kreißl hatte 0,8 Prozent Vorsprung, neun Stimmen mehr als ihr Konkurrent Lothar Kramer (Freie Wählervereinigung).

Als sie ins Wahllokal kamen, kannten beide bereits das Ergebnis. Sie hatten sich über Whatsapp mit ihren Anhängern ausgetauscht, die bei der Auszählung anwesend waren. Die Talsperren-Dörfer sind übersichtlich. 1211 Stimmen gab es auszuwerten, 2109 Pöhler hätten wählen dürfen. "Schön, ich freu mich", sagte die 48-Jährige, und: "Die Hälfte der Leute wollte keinen Wechsel und ist gar nicht erst wählen gegangen." Es gab keine Wahlparty, und als das Ergebnis bekanntgegeben wurde, stand noch ein knappes Dutzend Leute im Speisesaal. Die Kandidaten, Angehörige, Presse, Wahlleiter.

Seit sieben Jahren ist sie ehrenamtliche Bürgermeisterin von Pöhl. Das Gebiet zählt zu den landschaftlichen Perlen des Vogtlands. Doch die Stimmung im Gemeinderat und in der Verwaltung beschreiben beide Kandidaten als schwierig. "Nicht umsonst haben die Kindergarten-Leiterinnen zur 600-Jahr-Feier geschlossen gesagt, sie machen beim Festumzug nicht mit", sagte Lothar Kramer, 58. Er war enttäuscht. Über Daniela Hommel-Kreißl und die Arbeit in der Gemeindeverwaltung sagte er: "Sie verschickt E-Mails in einem Haus, das nur zwei Etagen hat." Das Wahllokal von Jocketa hatte er klar gewonnen.

Hätte die Wahl vor vier Wochen stattgefunden, wäre sie aufgewühlter gewesen, sagte Hommel-Kreißl. Und sie hoffe, das der Wahlkampf in der Gemeinde jetzt beendet ist. "Wenn uns das nicht gelingt, hat es keinen Sinn mehr, sich den Hintern aufzureißen." Das Ehrenamt zehre an ihren Kräften.


Kommentar: Die nächste Hürde

Freude sieht anders aus. Keiner war begeistert, als das Wahlergebnis am Sonntagabend feststand. Lothar Kramer wollte Bürgermeister von Pöhl werden und war enttäuscht, Amtsinhaberin Daniela Hommel-Kreißl konnte bei dem sehr knappen Ergebnis nicht wirklich jubeln. Sie weiß, dass harte Arbeit auf sie wartet. Viel Vertrauen ist in den vergangenen Monaten verloren gegangen, es wurden Fehler gemacht. Ihre Aufgabe ist es nun, vorhandene Gräben zu schließen, um die Gemeinde Pöhl weiter voranzubringen. Das verlangt nicht nur Fleiß und einen Willen. Es braucht auch Besonnenheit - und zwar auf beiden Seiten. Sachlichkeit ist gefragt, im Umgang miteinander und bei der künftigen Arbeit im Gemeinderat. Alles andere schadet Pöhl.

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