Wanderer erkunden neuen Natura Trail und sind voller Lob

Die Plauener Naturfreunde haben in Sachsen eine Lücke geschlossen und einen Rundgang durch das Naturschutzgebiet "Großer Weidenteich" zusammengestellt. Die Premiere verlief vielversprechend.

Plauen.

Bis Freitag konnten Wanderer in Sachsen auf vier Natura-Trails durch Wald und Flur wandeln und dabei seltene Pflanzen, Tiere und Landschaften bestaunen. Mit dem am Freitag eingeweihten Rundweg durch das Naturschutzgebiet "Großer Weidenteich" bei Neundorf sind es jetzt fünf solcher Pfade durch Natura-2000-Schutzgebiete. Diese gehören zu einem Netz von geschützten Flächen dieser Art in der Europäischen Union.

Die Einrichtung des neuen Natura-Trails geht auf den Verein der Plauener Naturfreunde zurück. Der hat sich zum Auftakt am Freitag mit rund 40 Interessierten vor Ort getroffen. "Wir hatten eigentlich nur 25 Anmeldungen", freute sich der Mitinitiator Bernd Wächter über den großen Zulauf. Es mussten zwei Wandergruppen gebildet werden, die sich in entgegengesetzter Richtung auf den dreieinhalbstündigen Weg gemacht haben. Denn auf der Strecke wird vieles erklärt und beschrieben. Daher sollte die Gruppe nicht zu groß sein.


"Das ist die Zypressen-Wolfsmilch", zeigte Mathias Schmidt vom Forstamt Plauen auf kleine gelbe Pflänzchen am Wegesrand. "Das ist das Kleine Habichtskraut", machte der Sachbearbeiter für Waldökologie und Naturschutz gleich daneben auf das nächste Gewächs aufmerksam. "Und das ist das Frühlings-Fingerkraut", bezeichnete der Fachmann eine weitere Art. "Das sind Pioniergewächse, erste Besiedler einer Fläche", erinnerte der Plauener.

Würde man die Heidelandschaft zuwachsen lassen, würden diese Pflanzen verschwinden. Damit genau das nicht passiert, wird der Bewuchs zum Beispiel von Ginster in Grenzen gehalten. "Unser Waldarbeiter hat nahe dem Feldherrenhügel erst wieder Ginster beseitigt", berichtete Schmidt. Der Feldherrenhügel ist ein kleiner Hügel mit Treppe, auf den man hinaufsteigen und die Landschaft besser übersehen kann.

Die Teilnehmer hörten allen Erklärungen aufmerksam zu, stellten aber auch Fragen: "Was fliegt denn da oben", zeigte eine Frau fragend auf einen über der Wandergruppe flatternden und dabei zwitschernden Vogel. Hans Leipold, Vorsitzender des Naturfreunde-Vereins, musste keine Sekunde überlegen: "Das ist eine Feldlerche". "Die singen, wenn sie hoch fliegen", ergänzte er noch.

Für weitere Beschreibungen während des Rundganges sorgten bei einer der beiden Gruppen Martina Ballhause und Cornelia Keil, bei der anderen Bernd Wächter. Cornelia Keil ist es zu verdanken, dass sich interessierte Wanderfreunde die Smartphone-App Actionbound herunterladen und die etwa zehn Kilometer lange Route des neuen Natura-Trails dort finden. Das Programm lasse sich als Wegweiser nutzen, sagte die Naturfreundin. Sie machte auch Halt am Wasserturm, wo Neundorfs Ortsvorsteher Uwe Trillitzsch die Geschichte des denkmalgeschützten Bauwerks skizzierte.

"Sehr abwechslungsreich", lobte Gabriele Möhrle die Idee eines solchen Rundganges mit Informationen zu Tieren und Pflanzen. Normalerweise nehme sie bei ihren Wanderungen aber immer eine Strecke von mindestens 15 Kilometern in Angriff. Zehn Kilometer sind ihr eigentlich zu kurz. "Der Hans erklärt uns jedes Blatt und jeden Strauch, das ist wunderbar", lobte eine Dame aus dem Verein der Naturfreunde den Vorsitzenden Hans Leipold. "Zu Hause auf der Couch sterben die meisten Leute", begründete die Plauenerin, die anonym bleiben wollte, ihre Teilnahme an der Veranstaltung.

Neben der Handy-App hat die Arbeitsgruppe um Bernd Wächter auch ein Faltblatt zu dem Natura-Trail erstellt, das in der Plauener Tourist-Information zu haben ist. Das Faltblatt kann man sich aber auch im Internet herunterladen.

www.naturfreunde-plauen.de

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