Weihnachtsmarkt boomt trotz Gebühren

Das Plauener Rathaus-Controlling vermeldet 70 Prozent Kostendeckung. Die Händlerschaft beteiligt sich bei der Ideensuche.

Plauen.

Längst hat sich der Plauener Weihnachtsmarkt zu einem eigenständigen Event mit erheblicher Sogwirkung entwickelt. Offizielle Besucherzahlen gibt das Rathaus nicht heraus, doch Plauens Pressesprecherin Silvia Weck verweist auf einen Aufwärtstrend an Wochentagen. An den Wochenenden ist ohnehin viel los, solange das Wetter einigermaßen mitspielt.

Doch der Weihnachtsmarkt soll kontinuierlich besser werden und zugleich den städtischen Etat weniger belasten. Im Sommer 2018 stimmte der Stadtrat daher einer Anhebung der Standgebühren zu - gegen den Widerstand der CDU-Fraktion. Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) hatte die erste Anhebung nach sieben Jahren verteidigt, die vor allem Anbieter von Essen und Glühwein traf. Doch wie wirken sich die neuen Gebühren aus? Das wollte die CDU wissen und forderte bereits im März Zahlen und Aussagen der Verwaltung.


Tatsächlich ist beim Weihnachtsmarkt 2018 die Finanzlücke kleiner geworden, wie Controllerin Katrin Kramer aus der Stadtverwaltung in der Mai-Sitzung des Wirtschaftsförderungsausschusses vermeldete. Das Defizit lag 2016 noch bei 86.000 Euro. Im Folgejahr gab Plauen deutlich weniger für den Weihnachtsmarkt aus und reduzierte das Minus auf 64.000 Euro. Beim jüngsten Weihnachtsmarkt 2018 wuchsen die Ausgaben wieder deutlich an, am Ende blieb ein Minus von 52.000 Euro stehen. Deutlicher wird die Entwicklung beim Blick auf die prozentuale Kostendeckung. Die lag 2016 bei 56 Prozent, stieg im Folgejahr auf 60 und 2018 auf 70 Prozent an. Angestrebt wird ein Wert von 80 Prozent. Weitere Kostensteigerungen seien in den nächsten Jahren nicht geplant, hieß es.

Auch inhaltlich wird permanent am Plauener Weihnachtsmarkt-Konzept gefeilt. Evelyn Schramm berichtete von Treffen einer Arbeitsgruppe. Nahezu die Hälfte der Händler nehme an der Auswertung teil. "Das Bühnenprogramm soll schöner werden", kündigte sie an. Sitzmöglichkeiten für behinderte Menschen sind vorgesehen, die Kinderbetreuung soll an die Wünsche der Plauener angepasst werden.

Stadtrat Lars Legath (Linke) regte ein Rabattsystem an, um den Anteil hiesiger Händler zu erhöhen. Der größte Hinderungsgrund sei jedoch, dass kleinere Geschäfte vier Wochen Weihnachtsmarkt nur schwer abdecken können, argumentierte Baubürgermeister Levente Sárközy. "Im Großen und Ganzen sind die Händler zufrieden", betonte Evelyn Schramm. SPD-Stadtrat Benjamin Zabel stimmte zu und plädierte für Stabilität auf dem Weihnachtsmarkt: "Die Markthändler möchten keine Veränderung."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...