Weischlitzer Rat - eine reine Männerriege

Der neue Gemeinderat ist auf 18 Bürgervertreter geschrumpft. Frauen sucht man vergebens. Und noch etwas war bei der konstituierenden Sitzung anders.

Weischlitz.

Es ging diszipliniert zu in Weischlitz' erster Gemeinderatssitzung der Legislaturperiode am Montagabend. Und das, obwohl ein enormes organisatorisches und inhaltliches Pensum zu bewältigen war. Der Versammlungsleiter, Bürgermeister Steffen Raab (Freie Wähler Weischlitz - FFW), hielt die Zügel im Ratssaal souverän in der Hand. Dabei befand er sich eigentlich im Urlaub, jedoch war seine Anwesenheit erforderlich, ging es doch maßgeblich um seine Person:

Der Ortschef hatte Ende Mai als Gemeinderat kandidiert und wurde gewählt. Jetzt hat der 49-Jährige offiziell auf das Mandat verzichtet. Genau 2455 Stimmen (24,4 Prozent) hatte Raab für seine Liste geholt. Dass er auf dem Wahlzettel stand, möge manche irritiert haben, sagte der gebürtige Plauener im Nachgang zu "Freie Presse", doch das Kommunalrecht lasse dieses Vorgehen nun einmal zu. Die überwiegende Mehrheit der Gemeinderäte billigte Raabs Methode, möglichst viele Plätze für die Weischlitzer Freien Wähler im Rat zu generieren. Zwei enthielten sich, einer stimmte dagegen. Und so war aus dem Kurzzeit-Gemeinderat wieder der Rathaus-Chef geworden.


Das positive Feedback unter den Wählern habe ihn sehr gefreut, so Raab, für den bereits vor der Wahl festgestanden habe, dass er im Fall der Fälle im Amt bleiben wird. Auf seinen Stuhl im Gremium ließ er Thomas Frank nachrücken. Der war am Montag zwar anwesend, darf laut sächsischer Gemeindeordnung jedoch erst bei der nächsten Beratung im September mit am Tisch der Räte sitzen - unter ihnen 15 von den Freien Wählern Weischlitz. Für die Wählervereinigungen aus Kürbitz und Reuth sind gerade einmal drei Mandate übrig geblieben. Ein Problem sei die überproportionale Repräsentation der FFW im Rat für ihn indes nicht, so Raab, denn: "Es geht um die Sache im Kommunalen, nicht um Parteizugehörigkeit."

Raab und die Bürgervertreter der großen Vogtland-Gemeinde verpflichteten sich denn auch, unparteiisch im Sinne der Einwohner zu handeln.

Der Kandidat, der bei der Wahl den zweithöchsten Zuspruch (730 Stimmen) erhalten hatte, ist Raabs alter und neuer Stellvertreter, Dachdeckermeister Jens Gruchot. Als 2. Stellvertreter wurde Volker Lorenz gewählt. Auch der Tischler ist ein alter Hase in der Kommunalpolitik.

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