Weiter kein Geld für den Kauschwitzer Fußweg

Bei der Protestveranstaltung "85 Jahre Fußwegbau-Planung" machte ein Mann vom Wirtschaftsministerium wenig Hoffnung.

Kauschwitz.

Handwagen-Korso, Plakate an Zäunen und an der Brücke über die Syra - trotz der prononciert vorgetragenen Forderungen von 70 Kauschwitzer Bürgern am Samstag, endlich einen Fußweg an der stark befahrenen Zwoschwitzer Straße in der Dorfmitte zu bekommen, wird das Vorhaben wohl noch lange Vorhaben bleiben. Das zumindest war den Worten von Jens Al-brecht, Verkehrsabteilungsleiter im Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, zu entnehmen.

Bei dem Bürgerfest mit dem Titel "85 Jahre Fußwegbau-Planung" sagte der Gast: "Ich komme nicht mit einer Tasche voller Geld". Man habe 420 Förderanträge erhalten, aber nur Geld für 100. Es fehlten 180 Millionen Euro. Außerdem würden derzeit Verhandlungen über den neuen Haushalt stattfinden. Die Stadt Plauen bekomme jedes Jahr 600.000 Euro für ihre Straßen und sei auch im Ortsteil Kauschwitz der Baulastträger - und damit für die Trasse verantwortlich. Plauen hätte das Bauvorhaben längst als vordringlich einstufen und in die Tat umsetzen können, sagte Albrecht.

Bei 600.000 Euro für 340 Kilometer Straßen brauche man nicht über Priorisierung zu reden, entgegnete Ingo Eckardt. "Da kann ich Ihnen nicht folgen", sagte der Ortsvorsteher mit Hinweis auf die Dringlichkeit: "6000 Autos fahren hier am Tag entlang. Wir haben eine Kindertagesstätte, die mit den Kindern gerne mal zur Straßenbahn gehen würde." Aber an Tempo 30 an der Straße hielten sich lediglich 25 Prozent aller Fahrzeugführer.

Vermutlich erst Ende April sei der Haushaltsplan fertig, sagte Grünen-Landtagsabgeordneter Gerhard Liebscher, der um Verständnis warb. Die Staatsregierung habe wegen der Corona-Pandemie zudem viel Geld in die Hand nehmen müssen. "Ich kann es nicht mehr hören", reagierte darauf ein Demonstrant.

Auch an anderer Stelle hakt es beim Fußwegbau. Dietmar Rentzsch, Chef des Kreisamtes für Straßenunterhalt und Instandsetzung, berichtete über Probleme beim Fuß- und Radwegbau an der Alten Jößnitzer Straße zwischen Friedhof und Plauen-Park. Dort fehlt ebenfalls ein Gehsteig. Der Kauf des für den Bau nötigen Bodens scheitere derzeit an den Eigentümern. "Die sind nicht einverstanden mit der Planung." Man habe die Trasse verändert, um mit weniger privater Fläche auszukommen. Trotzdem gebe es im Moment keine Lösung. Die Gelder für das Vorhaben seien für den Haushalt 2021/22 eingestellt.

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