Wenn der Papierkorb meldet: "Bitte leeren"

Analog-Papierkorb war gestern: Plauen testet ein Jahr lang den digitalen Abfallhai. Der kann sogar Nachrichten aufs Handy schicken.

Plauen.

Wer hat's erfunden? Na klar, die Schweizer. Ein innovatives Papierkorb-System der Firma Anta Swiss AG ist in Mitteleuropa auf dem Vormarsch und wird jetzt auch in Plauen getestet. Zu den Raffinessen der unter der Marke Abfallhai gelieferten 110-Liter-Behälter gehört eine Füllstandsmessung. Ist der Behälter voll, sendet er auf Handy oder PC ein Signal: "Bitte leeren!"

15 Behälter stellen die Schweizer für ein Jahr zur Verfügung, dann kann die Stadt entscheiden, ob sie will oder nicht. "Es sieht so aus, dass sie gleich gekauft werden", gab sich Charles Knecht, Exportchef für den Abfallhai, bei einer Präsentation am Mittwochnachmittag auf dem Plauener Altmarkt zuversichtlich.

Die gemeinsam Behälter aus V2A-Edelstahl seien rasch und bequem zu entleeren und "so gut wie vandalensicher". Der namensgebende Haizahn am Einwurf der Behälter soll illegales Entsorgen sperriger Gegenstände verhindern. Eine simple Idee, die sich nach Aussage von Plauener Bauhof-Mitarbeitern allerdings als sehr wirksam erweist.

Doch kann sich Plauen ein solch hochwertiges System leisten? Zu den Kaufpreisen hielt sich Charles Knecht bedeckt. Wer auf der Firmen-Homepage den Shop ansteuert, findet vom kleinen Abfallhai (35 Liter Fassungsvermögen, ab 1089 Franken/1001 Euro) bis zum XXL-Abfallhai (150 Liter, 1989 Franken/ 1829 Euro) ein breites Spektrum. Laut Charles Knecht sei Plauen die erste deutsche Stadt, die von einem günstigen Mietmodell profitiere.

Bei der Gebäude- und Anlagenverwaltung (GAV) der Stadt Plauen und im Bauhof zeigt man sich angetan. Der Bauhof selbst sei aufmerksam geworden, sagt Lutz Armbruster von der GAV. Der Preisunterschied sei gar nicht so groß. Für den Test mit 15 Behältern, die am Boden verschraubt werden, kommen 19 alte weg. Die alten Tonnen sind kleiner, das Gesamtvolumen bleibe unverändert. "Wir haben ein stabiles System gesucht. Der Abfallhai macht einen wesentlich besseren Eindruck", meint Bauhof-Mitarbeiter Marco Wunderlich. Nach Angaben seines Kollegen Tino Forkel sind etwa 800 Papierkörbe in Plauen zu leeren. Am Anfang stand eine Ausschreibung der Stadt Zürich: Unter 82 Teilnehmern setzte sich die Anta Swiss AG mit ihrem Abfallhai durch. Heute stehen dort 4500 Behälter, in Wien 3500. Auch in deutschen Kommunen rennen die Schweizer offene Türen ein. In Sachsen gehört Dresden zu den Kunden, seit kurzem auch Leipzig.

Bewertung des Artikels: Ø 4.3 Sterne bei 3 Bewertungen
1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 3
    4
    KlausBuettner
    28.08.2019

    Wer braucht so einen Blödsinn ?



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