Wenn Seebären an Land feiern

Ein begeisterndes Konzert hat der Shantychor der Marinekameradschaft zu seinem 25. Geburtstag gegeben. Das war nicht alles.

Plauen.

Es war eine gute Idee der Organisatoren, das Jubiläumskonzert in den Elster-Park zu legen. So lernten am Samstag die einkaufsfreudigen Centerbesucher gleich einen der bekanntesten Plauener Chöre kennen. Bisweilen hörten rund 250 Leute dem Gesang der Seebären zu. Viele ließen den Einkauf erst mal sausen, blieben stehen, sangen mit, schunkelten oder klatschten begeistert im Takt der Musik. Mancher Knirps interessierte sich mehr für die singenden Männer als für das Osterhasen-Riesenrad, das sich im Erdgeschoss drehte.

Die Plauener hatten sich zum Jubiläum Shantychöre aus Erfurt, Hof und Bayern eingeladen. Die Gastgeber übernahmen den Auftakt, boten Lieder wie "Wir lagen vor Madagaskar" und "Fährt ein weißes Schiff nach Hongkong". Bei dem Titel "Ein Köm und ein Bier und ein Schifferklavier" sangen einige Sänger der Gastchöre begeistert mit. Es war offensichtlich ein Titel, den alle im Repertoire haben. Besucher und Fan Peter Eichelkraut bedauerte, dass die Plauener nicht "Rum aus Jamaika" sangen. "Ich wäre losgerannt, hätte eine Flasche Rum gekauft und sie ihnen spendiert", sagte er. Mitglied im Shantychor Plauen ist auch CDU-Stadtrat Hansgünter Fleischer. Er ist einer der wenigen Sänger, die tatsächlich auf den Weltmeeren unterwegs waren. Fleischer fuhr als Stabsmatrose von 1960 bis 1963 zur See.

Der Shantychor Erfurt besteht erst seit einem Jahr, hielt aber tapfer mit den anderen mit. Die Thüringer hatten sogar vier Frauen in ihren Reihen. "Wo die Nordseewellen trecken an den Strand" und "Seemann, lass das Träumen" waren so recht nach dem Geschmack des Publikums. Da sangen viele begeistert mit. Darunter auch Christine Pechmann aus Plauen. "Ich liebe diese Musik und diese Lieder, bei denen man so schön mitsingen kann", sagte sie. Auch Inge Meinel vom Sorgaer Siedlerchor trällerte fröhlich mit.

Die Hofer wiederum beteuerten zackig, forsch und stimmgewaltig: "Wir sind Kameraden auf See". Als sie dann aber "Lili Marleen" erklingen ließen, gab es Bravorufe im weiten Rund. Von Kopf bis Fuß in Weiß betraten die Bamberger die Bühne. Sie hatten nur zwölf Sänger, dafür drei Instrumentalisten dabei: Gitarre, Akkordeon und Schlagzeug. Mit "Leinen los" und "Sailing Home" steuerten die Franken ihren Beitrag zum Jubiläum bei.

Zum Schluss sangen alle vier Chöre gemeinsam das Gorch-Fock-Lied. Am Abend feierten die Plauener im Ratssaal ihr 25-Jähriges.

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