Werbegeschenk: Hoheit blitzt bei Pöhl-Verband ab

Königin Tina I. von Netzschkau/Rosbach will in Deutschland für die Talsperre Pöhl werben. Der Zweckverband hat ihr einen Korb verpasst: Neun Kugelschreiber ist ihm diese Werbung nicht wert.

Tina I. von Netzschkau und Rosbach ist abgeblitzt.
Der Talsperren-Verband wirbt mit Regenschirmen, Taschen, Kappen, Tassen oder Schlüsselbändern, wie Michelle Rupp zeigt.

Für Sie berichtet: Elsa Middeke

Tina Hösel, die Königin der Partnerstädte Netzschkau im Vogtland und Rosbach bei Frankfurt am Main, ist enttäuscht und sauer. Als Repräsentantin der Region wirbt sie seit über einem Jahr in Sachsen, Thüringen oder Berlin fürs Vogtland. Aufgewachsen ist sie in Pöhl. Doch ausgerechnet der Zweckverband, für die touristische Vermarktung der Talsperre Pöhl verantwortlich, will sie nicht unterstützen.

"Mich ärgert eher die Art, wie meine Bitte abgelehnt worden ist", erklärt die 34-Jährige. Sie hatte beim Verband angefragt, erst per E-Mail und dann telefonisch, ob es möglich wäre, sie mit neun Regenschirmen, Taschen oder Tassen zu sponsern. Die wären mit in eine Geschenktüte gekommen, wie sie Tina I. mit anderen regionalen Hoheiten wie Schlossprinzessin Melanie in Glauchau oder Knopfprinzessin Conny in Schmölln bei öffentlichen Treffen austauscht. Fotos davon stellt sie auf Facebook. Bei ihren Autogrammstunden liegen Werbeprospekte für das Vogtland aus.

"In meinem Geschenkebeutel finden sich zum Beispiel Flyer von der Göltzschtalbrücke, die Brücke als Deckchen aus Plauener Spitze und eine Schlossgeflüster-Spirituose", erklärt Hösel. Die Papiertüte selbst habe sie vom Tourismusverband Vogtland erhalten. All das habe sie kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Und hätte auch gern die Pöhl, die Gäste aus ganz Deutschland anzieht, mit dabei. Doch der Zweckverband habe sich erst, als sie zwei Wochen nach ihrer E-Mail per Anruf mal nachfragte, gerührt - und ihr dann kurz und bündig, ohne eine Begründung, abgesagt. "Es geht darum, der Region ein Gesicht zu geben", sagt Tina I. "Ich wäre statt mit Tassen oder Regenschirmen auch mit Kulis zufrieden gewesen." Auch zu einem Kennenlern-Gespräch sei sie sehr gern bereit gewesen. Mariechen Bang vom Talsperren-Verband äußerte sich auf "Freie Presse"-Anfrage dazu nicht. Hösel kann die Haltung des Zweckverbands zu ihrem Werbe-Angebot nicht nachvollziehen. "Ich bin sehr enttäuscht. Es hätte sie doch nur neun Kulis gekostet", sagte sie. Beim nächsten Hoheitentreffen werden die anderen Damen von Tina I. wohl kein Souvenir vom größten Gewässer des Vogtlands bekommen.

Geärgert hat sich kürzlich auch eine Familie aus Ruppertsgrün: Für einen Dreh mit dem MDR habe der Zweckverband zugesagt, ihnen ein Boot auszuleihen, hieß es. Doch am Drehtermin war der Verleih zu - und es gab kein Boot. Mariechen Bang sagte, sie wisse von nichts.

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