Wertvolle Bleiglasfenster in Pausaer Kirche erneuert

Die zwölf Bleiglasfenster in der Pausaer Michaeliskirche sind saniert worden. Anteil daran hatte auch der Förderverein St. Michaeliskirche. Von einem "neuen Blick" auf die Fenster spricht der Pausaer Pfarrer.

Pausa.

Wenn von Süden die Sonne drauf scheint, sehen die Fenster am schönsten aus. Der Pausaer Pfarrer Frank Pierel gerät mit Blick auf die Bleiglasfenster, die in bunten Farben gehalten sind und Szenen der biblischen Geschichte zeigen, ins Schwärmen. Die zwölf Glasfenster, welche sich an beiden Längsseiten des Kirchenschiffes und im Turm befinden, sind dieses Jahr saniert worden. Sie stammten aus dem Jahr 1913, als das Kircheninnere saniert wurde. Gestiftet wurden damals die farbigen Fenster, welche nach Entwürfen des Elberfelder Professors Phieler in der Glasmanufaktur Heinersdorff in Berlin hergestellt wurden, von im Ort und auswärts lebenden Pausaern.

Doch der Zahn der Zeit hatte am Glas genagt. Ein Sachverständiger hatte der Pausaer Kirchgemeinde bescheinigt, dass die Bleiglasfenster einer dringenden Sanierung bedürfen, da sie sich in einem sehr schlechten, teils "baufälligen" Zustand befänden. Bei einigen Fenstern waren bereits Löcher im Glas vorhanden, die dringend repariert werden mussten. Auch benötigten die Fenster nach erfolgter Sanierung eine Schutzverglasung, die von außen vor die Bleiglasfenster gesetzt wird. Damit soll das Glas besser vor Wind und Wetter geschützt werden. "Es sind wirklich einmalige Fenster", sagt Frank Pierel. Die Spezialisten von der Kunstglaserei nahe Zwickau seien beeindruckt gewesen. Vor allem von den Engelsgesichtern. "Aber es gibt keine Unterlagen dazu", bedauert der Pfarrer. Freude herrschte bei der Kirchgemeinde, dass die Fenstersanierung finanziell viel günstiger ausfiel als zuerst geplant. 13.000 Euro waren es, die gestemmt werden mussten. Man war von einem Vielfachen ausgegangen.

Großen Anteil an der Sanierung der Fenster hat der Förderverein St. Michaeliskirche, der viel Spendengeld dafür zusammengetragen hatte. 10.000 Euro hatte der Verein mit Thomas Weigelt an der Spitze der Kirchgemeinde kürzlich übergeben. "Es erfüllt uns mit großer Freude und Dankbarkeit, dass die Sanierung der zwölf Bleiglasfenster unserer St. Michaeliskirche dieses Jahr umgesetzt werden konnte", so der Vereinsvorsitzende. Auch im nächsten Jahr will der Verein die Sanierung der Kirche in Pausa unterstützen. Sei es wie dieses Jahr bereits mit der Aktion "Schenke einen Glockentag" oder mit Altpapier- und Schrottsammlungen. Und: Die Pausaer St. Michaeliskirche wird nächstes Jahr 195 Jahre alt. Aus diesem Anlass hat der Förderverein St. Michaeliskirche einen Kalender mit Fotografien vom Gotteshaus außen und innen und der Friedhofskapelle herausgebracht. Es handelt sich dabei sowohl um historische als auch um neue Fotos, auch Luftbilder sind dabei. Der Kalender ist im Pausaer Pfarramt, in der Bäckerei Albert und in der Klempnerei Kuhles erhältlich.

Als nächstes sollen die Treppenhäuser im Pausaer Gotteshaus saniert werden. Dort gibt es Wasserschäden, so Pierel. Außerdem sei eine Säule angeschlagen. Nach der Trockenlegung der Kirche außen im vorigen Jahr wurde auch innen in der Kirche in einer Höhe von etwa anderthalb Meter der Putz abgenommen. Die Mauern müssen aber noch trocknen, um sie neu verputzen zu können. Und: "Wir träumen von einem schönen Kirchplatz", sagt der Pfarrer. Damit meint er eine Oberflächenbefestigung vor der Kirche. Für Veranstaltungen wäre es so viel besser, wenn man eine befestigte Fläche zur Verfügung habe.

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