Wespen-Alarm im Parktheater

Heute Abend werden die aggressiven Insekten das Publikum des Elvis-Musicals wohl wieder ärgern. Sie stürzen sich auf die Burger und das Bier der Zuschauer. Was man gegen die stechenden Plagegeister tun kann.

Plauen.

Zum Glück hatte Caroline Pflug von Caro's Diner ein Stück Zwiebel parat. Sonst wäre der Wespenstich, auf den der Besucher des Open-Air-Musicals "Love Me Tender" innerhalb der Aufführung am Sonntagabend die saftige Gemüsehälfte drückte, schneller angeschwollen. Mehrere Personen hatten vor und während der Vorführung die Aggression der Wespen zu spüren bekommen.

Bereits bei der Premiere am Freitag seien die Tiere außer Rand und Band gewesen, erinnert sich Ramona Krenscher, Mitarbeiterin der Plauener Geschäftsstelle des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Als ehrenamtliche Erste-Hilfe-Ausbilderin war Krenscher dabei - als einer von zwei DRK-Sanitätern. Diese sind bei Besuchergrößen bis zu 2000 Menschen - wie im Parktheater - vorgeschrieben. Außerdem muss ein Krankentransporter vor Ort sein.

Durch die Gewitterstimmung und den aufkommenden Wind hätten sich die Insekten am späteren Freitagabend zwar verkrochen. Samstag und Sonntag surrten sie jedoch wieder los. Problematisch werde dass vor allem, wenn jemand allergisch reagiert oder eine Wespe einatmet, sagt Krenscher. Deshalb sollten Musical-Besucher auch heute Abend vor jedem Bissen in den amerikanischen Burger oder vor dem Bierschluck zweimal hinsehen, rät die Retterin.

Auf ein Krabbeltierchen beißen kann man theoretisch auch auf andere Art, wie Sebastian Haas weiß. Der Trompeter ist Leiter der Bigband des Vogtlandkonservatoriums. Die 18-köpfige Truppe spielte im Rahmen des Vorprogramms auf dem Parktheater-Gelände jazzige Melodien, zum Beispiel von Peter Herbolzheimer und Count Basie. Mancher Bläser sei ganz schön ins Schwitzen geraten, nicht nur wegen der Temperaturen, berichtet Haas: Die Musiker hätten ständig die Wespen vertreiben müssen.

Auch hinter und auf der Parktheater-Bühne herrschte Alarmstimmung. Wie es aus Komparsenkreisen heißt, seien mehrere Statisten des Theaters Plauen-Zwickau verletzt worden. Eine Wespe hatte sich gar im Schuh verirrt, doch die Laiendarstellerin hielt durch. "Ich hatte einen Plagegeist in meinem Schnapsglas mit Apfelsaft und musste dieses entgegen der Regieanweisung wegstellen statt es auszutrinken", berichtet "Freie Presse"-Reporterin Elsa Middeke, die als Kleindarstellerin beim Stück mitwirkt. Vorbeugend reibe sie sich heute Abend mit Citronella-Öl ein. "Der Geruch soll Wespen vertreiben", hofft Middeke.

Und die Zwiebeln? Die sind zwar als Hausmittel gegen Insektenstiche bekannt. Aber sind sie die erste Wahl? "Ich würde es nicht empfehlen, sondern vielmehr kühlen, kühlen, kühlen", sagt DRK-Mitarbeiterin Krenscher.

Im Helios Vogtland-Klinikum werde indes derzeit im Schnitt einmal pro Tag ein Patient mit allergischen Teilsymptomen eingeliefert, so Klinik-Sprecherin Catharina Bräunlich auf Nachfrage. Solche Schockfragmente können Atemnot, Übelkeit und Erbrechen sein.

Der medizinische Rat für Allergiker: Kühlen, den Stachel gegebenenfalls seitlich wegkratzen, Notfallmedikamente einnehmen, Notarzt oder Rettungsdienst rufen. Etwa vier Wochen nach dem Ereignis sollte man sich beim Hautarzt vorstellen - "zur Klärung, ob eine Hyposensibilisierungsbehandlung gegen Insektengift(e) eingeleitet werden muss", empfehlen die Experten.

"Love Me Tender" geht heute sowie am Freitag und Samstag um 20 Uhr wieder über die Bühne im Parktheater.

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