Wie der Vugelbeerbaam zum Musik-Hit wurde

Auflösung Fotorätsel 1073: Der Text-Autor des Liedes vom Vogelbeerbaum heißt Max Schreyer und stammt aus dem Erzgebirge.

Plauen.

Hilmar Mückenberger war es nicht, auch der Plauener Komponist Hans Wolfgang Sachse hatte nichts mit dem Lied vom Vogelbeerbaum zu tun. Also bleibt nur Max Schreyer als Texter der bekannten Hymne des Erzgebirges und dem angrenzenden Vogtland. Diese drei Namen hatten wir vorige Woche vorgegeben und die Rätselgemeinde gefragt, wer die Zeilen zu diesem Lied geschrieben hat. Dass auf allen Einsendungen der Name Schreyer stand, hat uns überrascht - die Rätselfreunde erwiesen sich als gute Kenner der Musikfolklore.

August Max Schreyer (1845 bis 1922) wurde in Johanngeorgenstadt geboren, er war Königlich-Sächsischer Forstmeister. Die Verse vom "Vugelbeerbaam" schrieb er 1887 zu einer Volksweise aus Österreich. Das Lied war eigentlich nur für den Hausgebrauch gedacht und wurde in der Öffentlichkeit auch kaum bekannt. Erst 1892 auf der Hochzeitsfeier seines Bruders sang Schreyer seine Verse zur Unterhaltung der Gäste und erhielt Beifall und Zustimmung. Ein rühriger Geschäftsmann, der unter den Gästen war, schlug Schreyer die Veröffentlichung auf einer Liedpostkarte vor. Das wollte er aber nur unter Auslassung seines Namens, denn als königlicher Beamter war er befangen. Später konnte man ihn aber umstimmen und so kam über diese Postkarten das Lied vom im Erzgebirge und Vogtland verehrten Vogelbeerbaum unter das Volk und sogar in weite Teile Europas. Zu früheren Spitzenfesten im Parktheater wurde diese Weise oft gespielt und von den Zuschauern als vielstimmiger Chor auch freudig mitgesungen.

Über solche Liedpostkarten, die nur einige Groschen gekostet haben, wurden auch die Kompositionen und Texte des in Eibenstock 1855 geborenen Hilmar Mückenberger bekannt. Der spätere Wirt des Plauener "Bürgergartens" an der Annenstraße war vorher fast 20 Jahre Fagottist beim hiesigen Stadtorchester. Weil er in dieser Anstellung zu wenig verdiente, wurde er schließlich 1894 Wirt und unterhielt seine Gäste zehn Jahre lang am Annenberg mit humorvollen Liedern und Texten. Und damit die Leute mitsingen konnten, hat er im Selbstverlag 35 Liedpostkarten gedruckt, die schnell Verbreitung im Land und darüber hinaus fanden. Er ist der Schöpfer solcher volkstümlicher Melodien wie "Plau'n bleibt Plau'n".

Hans Wolfgang Sachse (1899 bis 1982) war nach seinem Studium Theater-Kapellmeister in Plauen und ab 1927 freischaffender Komponist von vorwiegend sinfonischer Musik. Vor allem als Leiter des zu DDR-Zeiten bekannten "Plauener Volkschores" erwarb er sich hohe Wertschätzung und Anerkennung.

Gewonnen hat Antje Schröder aus Muldenhammer. Sie kann sich auf einen Besuch der Jonny-Cash-Tribute-Show "The Cashbag" am 18. November, 20 Uhr, in der Freiheitshalle Hof freuen und erhält zwei Freikarten. Tickets gibt es in allen "Freie Presse"-Shops.

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