Wie fremde Augen Plauen sehen

Seit 1970 pflegt die österreichische Partnerstadt Steyr freundschaftliche Kontakte zu Plauen. Eine Delegation besuchte am Wochenende die Stadt und war voll des Lobes.

Plauen.

Mit dem Verein für Städtepartnerschaften aus Steyr auf Reisen gegangen war unter anderem die 65-jährige Maria Wögerer. Sie besuchte Plauen zum ersten Mal. "Ich bin beeindruckt. Im Hotel Alexandra sind wir nett empfangen worden. Ein Lächeln zur Begrüßung, und schon fühlt man sich wohl." Angetan war die Frau, die aus der Einrichtungsbranche kommt, auch vom Trausaal im Alten Rathaus und besonders von der kunstvoll gestalteten Zimmerdecke dort.

Für die 70-jährige Otti Bruckbauer gehören Besuche in Plauen bereits zum Alltag. 1988 zum ersten, diesmal schon zum vierten Mal hatte sie sich mit dem Verein auf die Reise ins Vogtland gemacht. "Sie ist die Frau, die in unserem Verein darauf achtet, dass die Partnerschaften gepflegt werden", verriet Delegationsleiter David Forstenlechner, der Ex-Oberbürgermeister von Steyr. "Es ist erfreulich, wie sich Plauen entwickelt hat. Wenn ich den Aufschwung überall sehe, lacht mir das Herz", sagte die Frau. "Wir sind ja auch mit einem Stand beim Spitzenfest vertreten, und wenn im November der Weihnachtsmarkt eröffnet wird, kommt auch unser Christkind, wie jedes Jahr."

Seit 1970 besteht die Partnerschaft zwischen Steyr und Plauen. Immer wieder kommen beim Verein für Städtepartnerschaften neue Mitglieder hinzu, und so lohnt sich jeder Besuch in Plauen, weil es immer wieder Neues zu entdecken gibt. Bürgermeister Levente Sárközy und Stadtsprecherin Silvia Weck empfingen die 39 Österreicher am Samstagmorgen im Trauzimmer des Alten Rathauses. Durch die sonnendurchfluteten Fenster ertönte Livemusik vom Samstagsmarkt. So erfreute die Gruppe Bastschuh aus Zeulenroda unbewusst auch die österreichischen Gäste.

Sárközy informierte über die Geschichte des Rathauses und der Stadt. Die Gäste hatten als Gastgeschenke neben einem Buch über ihre Heimatstadt eine hübsche Figur, den "Bummerl", mitgebracht. "Der Bummerl ist ein Löwe, der in Steyr vor dem ältesten Haus am Stadtplatz steht", erklärte Forstenlechner. "Der Bummerl ist gewissermaßen unser Wahrzeichen." Die Plauener überraschten die österreichischen Gäste mit zwei Fässchen Sternquellbier, einer CD mit der Plauen-Hymne "Plau'n bleibt Plau'n" und einem Stapel Notenblätter mit Text, damit die Partnerstädter das Lied auch mitsingen können. Der 69-jährige Ex-Stadtchef von Steyr meinte: "Eigentlich bin ich ja kein Biertrinker. Aber beim Plauener Bier kann ich nicht widerstehen." Er war schon zum vierten Mal im Vogtland, davon zweimal in seiner Amtszeit, berichtete er. "Und ich komme immer wieder gern hierher." Ebenso schwärmte er von Dresden, Meißen und Leipzig. Diese Städte hatte die Gruppe zuvor besucht.

Nach der Stippvisite im Plauener Rathaus sahen sich die Gäste dessen Giebel und die Johanniskirche an. "Besonders begeistert waren sie von den Weberhäusern", verriet Stadtrat Wolfgang Hinz (Die Linke), der als Mitglied des Beirates Städtepartnerschaft die Gäste drei Tage begleitete. "Die Steyrer konnten gar nicht fassen, dass es in Plauen solch eine schöne Ecke mit diesen uralten Häusern gibt." Mit einem Abstecher zur Göltzschtalbrücke und der Pöhler Sperrmauer ging der Tag zu Ende.

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