Windräder: Mißlareuther erhalten als Ausgleich Weg

Wander- und Lehrpfad soll bald wieder Sachsen und Thüringen verbinden

Mißlareuth.

Die Einwohner Mißlareuths und ihr Ortschaftsrat haben sich durchgesetzt: Ihr immer und immer wieder geäußerter Wunsch, für den Bau von 2007 und 2015 errichteten Windenergieanlagen einen Ausgleich zu erhalten, erfüllt sich nun wohl bald. Jedenfalls hat der Weischlitzer Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung außerplanmäßigen Ausgaben in Höhe von 123.000 Euro zugestimmt. Diese Summe fließt aus dem sogenannten Ausgleichzahlungsfonds des Landratsamtes des Vogtlandkreises.

Mit dem Geld soll ein unbefestigter und naturbelassener Wander- und Lehrpfad wieder errichtet werden - und zwar zwischen Mißlareuth und dem thüringischen Gebersreuth, einem Ortsteil der Stadt Gefell. Der Weg sei bereits im Mittelalter als Straßenverbindung von Hof nach Greiz erwähnt worden, so die Plauener Landschaftsarchitektin Karin Gottsmann vom Planungsbüro für Freiraumgestaltung Ingruen. Bis zur Grenzschließung 1963 sei der Weg auch noch regelmäßig genutzt worden, als Kirchsteig von Gebersreuth nach Straßenreuth. Heute sei der Weg kaum noch erkennbar, sagte der frühere Ortsvorsteher Thomas Schnabel im Gemeinderat.

"Wir sind seit 1992 an der Wiedererschließung des Weges dran", so Schnabel. Wäre der Pfad anlässlich der Feier zum 30. Wende-Jubiläum Anfang des Monats schon fertig gewesen, hätten der amerikanische Außenminister Mike Pompeo und sein Amtskollege Heiko Maas ihn betreten können, als sie im benachbarten Mödlareuth zu Gast waren, konstatierte Schnabel. Weischlitz' Bürgermeister Steffen Raab (Freie Wähler) hakte sofort ein: "Etwas Bonfortionöses wird das aber nicht."

Das wiederum will im Dörfchen Mißlareuth, das sich im westlichsten Zipfel der Großgemeinde Weischlitz und im Dreiländereck zu Bayern und Thüringen befindet, auch gar keiner. Dort sei man glücklich darüber, dass sich des Themas nun prinzipiell angenommen wird. Der Wegebau ist vorgesehen mittels eines Sand-Splitt-Gemisches.

Eine weitere Ausgleichsmaßnahme ist das Anlegen von Baumhecken auf einer 1000 Quadratmeter großen Fläche. Dort sollen unter anderem Haselnuss, Weißdorn, Schlehe und Hollunder angepflanzt werden. Auch Einzelbäume (Winterlinde, Bergahorn und Esche) sind geplant. Ebenso soll Rasen auf den Randstreifen und der vom Bau betroffenen Fläche angesät werden.

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