Wirt verprügelt: Der "Axtmann" schlägt wieder zu

Mehrere Gastwirte hat der "Axtmann" schon tyrannisiert. So nennt sich ein 39-Jähriger, der im August vor der Stadt-Galerie zwei Polizisten angegriffen hatte. Jetzt steht er vor Gericht. Er hat einem Wirt das Gebiss zertrümmert.

Plauen.

Die Plauener Strafrichterin Andrea Hörr hat gerade Isen S. vor sich sitzen. Das ist der Mann, dessen Verhalten im August landesweit für Empörung sorgte. S. hat damals einen Polizeieinsatz vor der Stadt-Galerie gestört. Ein Video, das diese Szene zeigt, wurde mehr als zwei Millionen mal geklickt im Internet. Isen S. sitzt aber nicht deswegen vor Gericht, denn der Video-Fall soll voraussichtlich erst im Oktober verhandelt werden.

Der 39-Jährige, der sich als "Axtmann" bezeichnet, hat Hausverbot in mehreren Gaststätten. In einer hat der den Wirt krankenhausreif geprügelt, in der nächsten warf er ein Bierglas an den Tresen. Angeklagt ist er jetzt wegen gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung und weil er seine Zeche nicht zahlen wollte. Ihm droht eine Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr. Das Urteil verkündet die Richterin voraussichtlich Ende Mai.


Gegen den 39-Jährigen liegen mehrere Strafanzeigen vor, die die Richterin im Paket verhandelt. Die erste stammt aus dem "Weißen Rössl", das früher Bierstübchen hieß. Dort war S. vergangenes Jahr nach dem Faschingsumzug eingekehrt. Er verließ den Laden, ohne seine Bier-Rechnung zu zahlen, wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor. Um rund 25 Euro ging es. Als der Wirt ihm hinterher rannte, schlug er zu. Dem Wirt, knapp 30 Jahre älter, brach das Jochbein und er verlor drei Backenzähne. Außerdem ging sein Zahnersatz kaputt.

Im Juni rastete S. im "Stilbruch" aus. Dort war er mit seinem 16-jährigen Sohn eingekehrt, geriet in Streit, warf sein Bierglas hinter den Tresen und den Barhocker durchs Lokal. Das Glas zersprang, der Hocker landete auf dem Fuß des Kellners. "Ich hatte starke Schmerzen und war beim Röntgen im Krankenhaus", sagte der 22-jährige Kellner als Zeuge vor Gericht. Der Fuß sei geprellt gewesen. Die Gäste im "Stilbruch" hätten versucht, den Mann zu beruhigen. Mit diesen beiden Sätzen soll sich der 39-Jährige daraufhin vorgestellt haben: "Ihr wisst nicht, mit wem ihr es zu tun habt. Ich bin der Axtmann!" So bezeichnete er sich auch, als er am Postplatz die Polizisten angegriffen hatte.

Isen S. ist vorbestraft. Ende 2016 zertrümmerte er den Stammtisch im Vereinslokal der Gartensparte am Sternplatz. "Er hat den Tisch zerschlagen und die Axt gegen mich erhoben", erinnert sich die Wirtin. Das Amtsgericht verurteilte ihn damals zu einer Geldstrafe.

Der 39-Jährige ist mazedonischer Staatsbürger und lebt nach Informationen der "Freien Presse" seit vielen Jahren in Deutschland. Vor mehreren Jahren soll er von Oberfranken nach Plauen gezogen sein.

Als er jetzt vor der Strafrichterin saß, hat er seine nächtlichen Ausraster in der Plauener Kneipenszene zugegeben. Einen dritten Vorwurf streitet er ab. Es ging wieder um eine Körperverletzung, diesmal vor dem Lehrlingswohnheim an der Auenstraße. Im September war dort ein 16-jähriger von einem Mann geschlagen worden und erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma. "Ich hatte einem Mädchen geholfen, das auf dem Boden lag. Da kam der Mann, schlug mich", so der ´´Schüler vor Gericht. Das Mädchen war die Stieftochter von S., die in einem Kinderheim lebt. Der verletzte Schüler und ein anderer Lehrling sagen, sie haben den "Axtmann" vom Postplatz erkannt. Nun soll das Mädchen aussagen, dann urteilt das Gericht.

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