Wo Autobahn-Reisende eine Rast einlegen

Die A 72 ist jetzt 80 geworden. Wer auf ihr fährt und an ihr arbeitet, kann Geschichten erzählen. Heute: Die Gaststätte und Pension "Goldene Höhe" bei Pfaffengrün lebt an und von der A 72.

Pfaffengrün.

Ist die A 72 bei Treuen im Winter wegen Glätte dicht, spürt man das im Gasthaus "Goldene Höhe" in Pfaffengrün: "Wenn sich die Autos stauen, weil es am Reichenbacher Berg nicht mehr vorwärts geht, dann fahren in Treuen viele von der Autobahn ab. Manche essen oder übernachten bei uns", sagt Conny Golle. Dann sind die 60 Plätze in der Gaststätte schnell besetzt und die drei Doppelzimmer plus eine Ferienwohnung belegt.

Die Witterungsextreme sorgen zeitweise für regen Besuch in dem Haus, das sich in Sichtweite der A 72 befindet. Als zweites Beispiel nennt Golle die Jahre, in denen der Wasserspiegel in der Talsperre Pöhl wegen der großen Trockenheit sehr weit abgesunken ist. Viele Neugierige fahren dann von der Autobahn zum Stausee, um sich die wiederaufgetauchten Grundmauern des ehemaligen Rittergutes anzuschauen.

Aber Trockenheit hin, Schneegestöber her - ohne eine Gästegruppe könnte das Gasthaus mit Pension nicht überleben: Das sind die Stammgäste. Die machen nach Schätzung von Conny Golle etwa zwei Drittel der Kundschaft aus. Manche Stammgäste halten ihre Familienfeiern schon seit der Eröffnung der "Goldenen Höhe" im Jahr 1998 dort ab. Da würde das zehnköpfige Team des Hauses, fünf Mitarbeiter arbeiten davon in Teilzeit, fast schon mit zur Familie gehören.

Die Regie in der "Goldenen Höhe" führt Ingrid Golle. Sie und ihr Mann hatten sich in den 1990er Jahren dafür entschieden, an dem Standort wieder eine Gaststätte aufzubauen. Der Vorgängerbau war noch zu DDR-Zeiten abgerissen worden, weil er marode war. Die Neueröffnung fand am 16. Oktober vor 20 Jahren statt. Während Conny Golle auch danach noch als Baumechaniker im Maschinenbau arbeitete, wechselte seine Frau ins Metier der Gastronomie. Ursprünglich aus der Textilindustrie kommend, hatte sie bereits vor dem Neubau der "Goldenen Höhe" zur Köchin umgeschult und Erfahrungen in anderen Gaststätten gesammelt. Ihr Mann half an den Wochenenden und Tagen mit großem Andrang aus. Das macht der 66-jährige Ruheständler auch heute noch gern. Allerdings gibt er zu, dass er und seine 64-jährige Frau sich immer mehr Freiraum gönnen. Denn die Nachfolge ist geregelt: Der 39-jährige Sohn Alexander Golle wird mit seiner Frau das Wirtshaus übernehmen.

Blickt Conny Golle heute auf die Anfangszeit zurück, dann muss er bekennen: "Wir haben nicht mit einem so großen Zuspruch gerechnet." Es kam aber anders: Die Gaststätte war und ist meistens gut besetzt. Die Gäste möchte das Team der "Goldenen Höhe" mit einer gutbürgerlichen, regionalen Küche verwöhnen. Als Beispiele zählt Conny Golle Roulade mit Klößen, Haxe, Bauernfrühstück und Rostbrätel, aber auch vegetarische Gerichte auf.

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