Wo in den Ortsteilen der Schuh drückt

Einmal im Jahr holt Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) die Ortsvorsteher von Neundorf, Straßberg, Kauschwitz, Jößnitz, Großfriesen und Oberlosa an einen Tisch, um über Probleme in den Ortsteilen zu sprechen. Kürzlich war es wieder soweit.

Plauen.

Was brennt den Bewohnern in den Plauener Ortsteilen auf den Nägeln? Welche Vorhaben müssen in Angriff genommen werden? Was gibt es Positives zu berichten? Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) war ganz Ohr, als er sich jetzt mit den Ortsvorstehern von Neundorf, Straßberg, Kauschwitz, Jößnitz, Großfriesen und Oberlosa zu einem Erfahrungsaustausch getroffen hatte. "Wir praktizieren dies jetzt schon einige Jahre und ich glaube, dass sich dieser direkte Kontakt bewährt hat", meint Oberdorfer. Diesmal habe er ganz bewusst auf eine vorherige Problemabfrage in den Ortschaften verzichtet.

Für Oberlosa saß Ortsvorsteher Janes Trawinski am Tisch. Die Oberlosaer seien erfreut, dass endlich die Brache des Gutshofes im Ortszentrum abgerissen wurde und dass das Gutshaus erhalten, saniert und genutzt werden soll. Der OB hatte im Ortschaftsrat versprochen, sich persönlich für eine Lösung dieser Brachenproblematik einzusetzen. Bezüglich des Gewerbegebietes Oberlosa erläuterte der OB, dass es aktuell noch drei Klagen gibt. Er hofft, dass die Gerichte zügig eine Entscheidung finden. Die Stadtverwaltung ist sich sicher, alle Abwägungsprozesse im Vorfeld nach den Regularien des Baugesetzbuches beachtet zu haben. Probleme gebe es noch mit der Straßenreinigung, da die Neue Plauensche Straße erst ab Ortseingangsschild gereinigt wird. Der Abschnitt bis zur B 92 muss regelmäßig nach Anruf nachgebessert werden, so Trawinski. Hier wünschen sich die Oberlosaer eine Anpassung.

Für Kauschwitz kritisierte Ortschef Ingo Eckardt, dass noch immer ein Fußweg in der Ortsmitte fehlt. Der OB verwies auf den Investitionsstau im Tiefbaubereich und die derzeitige Fördermittelsituation im Freistaat Sachsen. Die Stadt Plauen könne prinzipiell keine Maßnahme ohne Förderung durch den Freistaat in Angriff nehmen.

Für Jößnitz erfuhr Ortsvorsteher Michael Findeisen, dass die Erstellung der Planungsunterlagen für die Sanierung der Plauenschen Straße läuft. Auch wenn diese erst in Zukunft umgesetzt werden könne, sei dies ein Fortschritt und werde im Ortsteil positiv aufgenommen, so Findeisen. Außerdem bedankte er sich für die Erneuerung des Parkplatzes am Bahnhof und die Arbeiten am Schlosspark. Angemerkt wurde, dass die Straßen aus dem Wohngebiet wie die Kültzstraße eine Sanierung bräuchten. In den Nebenstraßen gebe es Defizite beim Breitbandausbau.

Für Straßberg konnte Ortsvorsteher Dieter Blechschmidt berichten, dass die Tempo-30-Regelung an der Steingasse gut angenommen wird. Positiv zu vermerken sei auch die Reparatur am Buswartehaus und an der Straße in der Possig. Die Klärung der Abwassersituation an der Possig sei ein großer Fortschritt. Die vor 25 Jahren gebaute Hauptdurchfahrtsstraße von Straßberg sei sanierungsbedürftig. Blechschmidt machte deutlich, dass die Straßberger noch immer darauf hoffen, dass der Vogtlandkreis die Verbindungsstraße von Straßberg nach Kürbitz saniert.

Für Neundorf berichtete Ortsvorsteher Uwe Trillitzsch, dass den Bewohnern das Anruf-Sammeltaxi fehlt. Wichtiges Anliegen sei die Sanierung der Neundorfer Straße. Ein neues Feuerwehrhaus müsste ebenfalls gebaut werden. Außerdem soll ein Gemeindezentrum mit der Örtlichen Verwaltung in den nächsten Jahren in eine von mehreren möglichen Immobilien ziehen, dafür erhofft sich der Ortsvorsteher Unterstützung von der Stadt. Sehr positiv angenommen werde die Sanierung des Schulstandortes Grundschule Neundorf.

Für Großfriesen bemängelte Ortsvorsteher Wolf-Rüdiger Ruppin den Zustand eines Teils der Falkensteiner Landstraße. Zugleich erneuerte er den Wunsch nach einem Anbau für das Feuerwehrhaus. In seiner Antwort verwies der Oberbürgermeister darauf, dass im Rathaus derzeit der neue Brandschutzbedarfsplan erarbeitet wird, in dem bisher Investitionen in Höhe von rund zwölf Millionen Euro angemeldet wurden. Das sei in der Summe nicht zu leisten. Hierbei müssten die Prioritäten noch einmal überarbeitet werden. Ein weiteres Thema in Großfriesen sind nach wie vor bestehende Entwässerungsprobleme im Bereich Am Kalten Frosch und an der ehemaligen Bahnlinie. Dort seien offenbar verrohrte Seitengräben defekt, sodass immer wieder Oberflächenwasser in benachbarte Grundstücke fließt, berichtete Ruppin. Der Oberbürgermeister leitete das Problem zur weiteren Begutachtung an das Fachgebiet Tiefbau weiter.

Abschließend verwies Ralf Oberdorfer auf die Reduzierung der Schlüsselzuweisungen des Freistaats für Investitionen von 5,4 Millionen auf 1,7 für 2021 und später 1,3 Millionen Euro für 2022. Zudem müsse die Stadt gleichzeitig fünf Millionen Euro Eigenmittel für die Förderung als Modellstadt aufbringen. "Ich bitte um Verständnis, aber unter diesen Voraussetzungen gibt es keinen Spielraum für zusätzliche Investitionsmaßnahmen über den gegenwärtigen Plan hinaus", so der OB. (fp)

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