Wohnprojekt für Senioren liegt auf Eis

Die Zukunft der Ex-Schule in Coschütz ist ungewiss. Die von Privathand geplante Millioneninvestition kommt nicht von der Stelle. Die Initiatorin erklärte jetzt, wo es klemmt.

Coschütz.

Seit nunmehr zwei Jahren kämpft Doreen Rahmig für die Realisierung ihres Wohngemeinschafts-Projektes in der ehemaligen Grundschule Coschütz. Am Freitagabend informierte die Diplompflegewirtin während der Ortschaftsratssitzung im Kulturhaus über den Stand der Dinge.

Trotz Unterstützung von Elsterbergs Rathauschef Sandro Bauroth (FDP) und dem Vogtlandkreis gelang es der 38-Jährigen bisher nicht, Fördermittel auf den Weg zu bringen. Keines der relevanten Förderprogramme zur Entwicklung des ländlichen Raumes konnte im Fall Coschütz angewendet werden.


Die selbstständige Pflegemanagerin ließ nichts unversucht. Mehrmals habe sie mit Sachsens Sozialministerin Barbara Klepsch über ihre Pläne gesprochen. Unterm Strich kam allerdings nichts dabei heraus. Entsprechend groß war die Enttäuschung der in Coschütz aufgewachsenen Unternehmerin. "Auf Ministerien-Ebene gibt es keinerlei Unterstützung." Aufgeben will sie aber nicht. "Ich bin optimistisch, dass wir das noch hinkriegen." Bei den Elsterberger Stadträten kam das Wohnkonzept für Senioren gut an. Im Juni vorigen Jahres gaben sie per Beschluss grünes Licht zum Verkauf der Immobilie an die in Noßwitz lebende Mutter von zwei Kindern. "Ich war die einzige Bewerberin", blickte sie zurück. Verkauft ist das Gebäude aber noch nicht.

Laut einem Gutachten müssen rund 2,5 Millionen Euro in den Umbau investiert werden. Entsprechende Pläne liegen bereits auf dem Tisch. Ohne Förderzusagen in Höhe von 30 bis 40 Prozent sei das Ganze aus Sicht der gelernten Pflegerin nicht tragbar. "Für die Mieter würde es zu teuer werden." Nach ihren Vorstellungen soll die Wohngemeinschaft von einer gemeinnützigen GmbH betrieben werden.

Im August 2007 machte die Schule zugunsten des Elsterberger Standorts dicht. "Die Bausubstanz ist noch gut erhalten", weiß die Pflegewirtin, die hier einst selbst Schulkind war. Das Umfeld für die künftigen Bewohner sei ideal. Bushaltestelle, Friseur, Fußpflege, Bäcker, Kulturhaus, Sportplatzgelände und Kindergarten befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft. Zum Grundstück gehören barrierefreie Freiflächen. Im Haus selbst soll es neben Tages- und Kurzzeitpflege auch Möglichkeiten einer medizinischen und therapeutischen Betreuung geben. Die Pflegekassen hätten auf das Modellvorhaben positiv reagiert.

Derweil liegt die Abriss-Option des Gebäudes im Elsterberger Rathaus bereits in der Schublade. Noch überwiegt der Optimismus. Ortsvorsteher Andreas Oberlein (SPD) will sich für das Vorhaben weiter stark machen.

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