Wüstenrot-Stiftung saniert abstraktes Wandbild

Das Flächenkunstwerk im Plauener Rathaus gilt als Rarität. Fachleute in der Ferne haben das erkannt und engagieren sich.

Plauen.

Die wechselvolle Geschichte des 250 Quadratmeter großen Flächenkunstwerkes im Plauener Rathaus-Foyer wird um ein Kapitel erweitert. Das 1975 bis 1976 von Karl-Heinz Adler und Friedrich Kracht geschaffene und bereits elf Jahre später hinter Sandsteinplatten versteckte abstrakte Kunstwerk wird im Zuge der laufenden Rathaus-Sanierung komplett freigelegt und restauriert. Seit Dienstag ist auch klar, wer das bezahlt.

Die Wüstenrot-Stiftung will das in einem eigens von Adler und Kracht entwickelten Granulat-Verfahren hergestellte einzigartige Flächenbild in ihr Denkmalprogramm aufnehmen. Das haben Stiftungs-Geschäftsführer Philip Kurz und der Plauener Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) am Dienstag bei einem Ortstermin mit Medienvertretern in Plauen erklärt.


Zuvor gab es im Rathaus bereits ein Treffen mit Fachleuten und Denkmalschützern, in dem zu den wesentlichen Punkten rasch Einigung erzielt wurde. Die Wüstenrot-Stiftung will die Restaurierung des Kunstwerkes betreuen und die Kosten übernehmen, die der Stiftungs-Geschäftsführer auf 100.000 bis 150.000 Euro bezifferte. Ein Restaurator könne voraussichtlich einen Quadratmeter pro Tag schaffen.

Die Stadt wiederum will das Vorhaben in die mit rund 10 Millionen Euro veranschlagte Sanierung des Nord-West-Flügels des Rathauses integrieren. Da sich der erhaltenswerte Zustand des Flächenbildes erst recht spät bestätigt hatte, müssen die Planer jetzt noch Wege finden, um das Kunstwerk links und rechts des Eingangs mit entsprechendem Lichteinfall in Szene zu setzen.

Philip Kurz sprach von einem sehr gut vorbereiteten, offenen und fachlich fundierten Gespräch. Er würdigte das Engagement der Stadt Plauen, die sich klar für den Erhalt des Kunstwerkes positioniert hatte. Das sei keineswegs selbstverständlich. Die Wüstenrot-Stiftung habe den Entscheidungsprozess aus der Ferne verfolgt und nach Zustimmung des Stadtrates ein Engagement im Vogtland erwogen.

Die 1921 in Stuttgart gegründete und heute in Ludwigsburg ansässige Wüstenrot-Stiftung gilt als eine der großen unabhängigen Stiftungen Deutschlands. Sie setzt sich besonders für Kunst aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein. Die genieße zu wenig Wertschätzung und brauche besonderen Schutz, damit sich bestimmte Fehler nicht wiederholen. Geschäftsführer Kurz zog einen Vergleich: "Nach dem Krieg wurde in Deutschland der Stuck von Gebäuden abgebrochen."

Der Stadtratsbeschluss zum Erhalt und das Engagement der Stiftung - für Ralf Oberdorfer sind das "wichtige Signale an die Stadt und ihre Bürger". Zugleich sei ihm klar, dass diese abstrakte Kunst nicht jedem gefällt. "Das wird Reibung erzeugen und damit auch Aufmerksamkeit", sagte der Oberbürgermeister. Auch das helfe der Stadt.

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