Zank um mögliches Bauland in Coschütz

Coschützer Ortsvorsteher Oberlein will endlich Nägel mit Köpfen machen

Elsterberg.

Heiß her ging es während der jüngsten Sitzung des Elsterberger Stadtrats. Der Zankapfel liegt auf Coschützer Flur und ist noch nicht das, was er nach Wunsch von Ortsvorsteher Andreas Oberlein (SPD) endlich werden soll: Bauland für junge Leute, die sich ein Zuhause auf dem Land schaffen wollen. "Wir sollten endlich Nägel mit Köpfen machen!", forderte Oberlein. Seit einem Jahr rede man an dem Projekt herum, kritisierte er. Die Interessenten könnten wieder abspringen. Dabei solle man doch alles tun, um junge Leute herzuholen. Dafür gab es vereinzelt Applaus aus den Reihen der Stadträte.

Bürgermeister Sandro Bauroth (FDP) verwies auf das Planungsbüro, dessen Rückmeldung noch ausstehe. Oberlein konterte, er habe dort selbst angerufen, und zeigte sich verwundert, dass die Antwort des Büros auf eine Anfrage der Stadt nach Angaben der Ingenieure doch längst im Rathaus eingegangen sei. Der Bürgermeister verwies darauf, dass noch ein Vor-Ort-Termin mit dem Büro ausstehe - und rügte Oberlein mit lauter Stimme vor versammelter Mannschaft: "Wir sind Auftraggeber, da kann uns niemand von der Seite reinfunken!" Er berief sich auf die Sächsische Gemeindeordnung und untersagte Oberlein, sich weiter mit dem Planungsbüro zu verständigen. Bauroth betonte, so schnell wie möglich Baurecht schaffen zu wollen.

Oberlein warf ihm daraufhin vor: "Deine Informationen stimmen nicht!" Der Ortsvorsteher verlangte von Bauroth, den Inhalt des Schreibens vom Ingenieurbüro bekannt zu geben. Außerdem forderte er per Antrag eine öffentliche Richtigstellung zur nächsten Stadtratssitzung, dass er alles richtig dargestellt habe. Bürgervertreter Jürgen Brückner von der Alternativen Heimatliste (AHL) gab Oberlein Recht. "Das zieht sich hin mit dem Bauland", kritisierte auch er. Man müsse sich doch dahinterklemmen. Brückner räumte zudem eigene Skepsis an Bauroths Worten ein: "Wir müssen uns auf dein Wort verlassen." Doch nach Oberleins Darstellung zweifle jetzt auch er.

Stadtrat Wolfgang Krumm (ebenfalls AHL) glättete die Wogen, indem er zur Abstimmung aufrief. Am Ende stimmten alle, auch Bauroth, dafür, das Thema bei nächster Gelegenheit öffentlich im Stadtrat zu behandeln.

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