ZDF-Studie bescheinigt dem Vogtland niedrige Wohnkosten

Nirgendwo in Deutschland leben Senioren günstiger. Zu dem Ergebnis kommt eine neue Studie. Wohnen ist aber nur ein Teil zum Glück.

Plauen.

In der Neuauflage der großen Deutschlandstudie des ZDF landet der Vogtlandkreis in einem Punkt bundesweit an erster Stelle. Diesmal untersuchten die Analysten des Wirtschaftsforschungs- und Beratungsunternehmens Prognos neben dem Aspekt der Familienfreundlichkeit die Frage: Wo im Land lässt es sich im Alter gut leben? Betrachtet wurde die Lebenssituation von Menschen der Altersgruppe 60 plus in den 401 Kreisen.

Rang eins belegt das Vogtland bei den Wohnkosten im Verhältnis zum verfügbaren Einkommen. Nirgendwo sonst in Deutschland müssen Senioren weniger Einkommen beziehungsweise Rente für ihre Miete aufbringen als im Vogtlandkreis, nur 20 Prozent. Zum Vergleich: In Berlin blättern Menschen dieses Alters laut der Studie 58 Prozent ihres Einkommens hin. Damit handelt sich die Hauptstadt bei dem Thema den drittletzten Platz der Untersuchung ein. Was die Einkommen selbst betrifft, rangieren die Vogtländer bundesweit aber nach wie vor im hinteren Feld. Im Schnitt stehen ihnen laut der Auswertung rund 1385 Euro pro Monat zur Verfügung. Nach dieser Rechnung gingen also 277 Euro für Wohnkosten ab.

Doch auch in Plauen stiegen in den vergangenen Jahren die Mieten. Legt man die Rechnung der Studien-Autoren zugrunde, kämen für alleinstehende Senioren aktuell bei der Wohnungssuche über ein Online-Immobilienportal nur drei bezahlbare Bleiben in der Stadt infrage, die durch die Lage im Erdgeschoss auch altersgerecht wären. Freie Wohnungen mit Fahrstuhl überschreiten inklusive Nebenkosten schnell das schmale Budget.

Zu beachten ist, dass die Forscher für eine Einschätzung zur Senioren- und Familienpolitik nicht Bürger befragten, sondern Fragezettel ins Landratsamt gaben. Die Gewährleistung von Barrierefreiheit sei gering, so die Einschätzung aus der Kreisbehörde. Auch sorgt der höchste Altersdurchschnitt Sachsens für Probleme, etwa die ärztliche Versorgung auf dem Land. Positiv ist an erster Stelle genannt, dass die Region "landschaftlich sehr schön" ist. Nach der Familienfreundlichkeit gefragt, taucht diese als "Herzensangelegenheit des Vogtlandkreises" erst an dritter Stelle auf. An erster Stelle ist die Unternehmerfreundlichkeit genannt. An zweiter Stelle folgte die Gastfreundschaft.

Auch für Familien kann der Vogtlandkreis in der Studie vordergründig bei den Mietausgaben punkten. Mit nur 16 Prozent des Einkommens schafft es der Kreis bundesweit auf Rang zwei. Schlechte Ergebnisse erzielt die Region bei den Themen Breitbandverfügbarkeit, Geburtenstärke und dem Einkommen von Familien. In der Gesamtbewertung federn die vielen Schwimmbäder in der Region die Abzüge durch fehlende Breitbandversorgung ab. Ob die Rechnung für Familien tatsächlich aufgeht, beantworten die Autoren nicht.

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