Zum 90. Geburtstag: Plauener Original mit Gala überrascht

Mit einer zweistündigen Bühnenshow haben die Schützlinge von Ruth Müller-Landauer die Leiterin des Vereins Vergissmeinnicht am Sonntag ins Staunen versetzt. Und auch die 90-Jährige ließ aufhorchen: Sie brachte das ganze Publikum in Bewegung.

Plauen.

Für Ruth Müller-Landauer sollte es am gestrigen Sonntagnachmittag zumindest im übertragenen Sinne die viel besungenen roten Rosen regnen: Mit dem unvergesslichen Lied von Hildegard Knef wurde die Leiterin des Tanzvereins Vergissmeinnicht, die Darstellerin der Neideiteln und Trägerin der Plauener Stadtplakette von rund 300 Gästen in der Aula des Lessing-Gymnasiums zu einer Überraschungs-Gala begrüßt. Die Besucher erhoben sich zu Ehren der Plauenerin, die am Mittwoch vergangener Woche 90 Jahre alt geworden war, bei deren Einzug in den Saal von ihren Plätzen und spendeten ihr viel Applaus.

Dass Ruth Müller-Landauer die Menschen am liebsten in Bewegung sieht, das machte sie während des Programms ein ums andere Mal deutlich. Das Plauener Original ließ die 120 Minuten keineswegs über sich ergehen, sondern mischte mit. Als zu einer Tanznummer auf der Bühne Mr. Presidents "Coco Jambo" erklang, und alle im Saal mittanzen sollten, schnappte sie sich das Mikrofon, gab Anweisungen, wie sich zu bewegen ist und machte die richtigen Schritte vor. Nach dieser Demonstration, wie man sich jung und fit erhält, lobte sie die Mitwirkenden: "Ihr seid super."


"Seit Oktober haben wir die Gala vorbereitet, alles im Stillen, mit heimlichen Zettelchen", berichtete Silke Vogel am Rande über die Vorbereitungen zu der Veranstaltung. Es hat alles geklappt, auch die Abholung der Vereinschefin mit dem Boss-Hoss-Motorrad von zu Hause. "Sie ist ein Motorradfreund", wusste die Mutter von Lea Vogel, die zusammen mit Silvia Hemmerling die Moderation der Show übernahm. Auch ein Videogruß des vogtländischen Schlagerstars Stefanie Hertel und von deren Vater Eberhard war zu sehen. Die Technik hatten der Plauener DJ Andre Schatz und Andreas Zelle übernommen.

Ruth Müller-Landauer hat seit den 1970er-Jahren vielen Generationen die Begeisterung fürs Tanzen vermittelt, die ersten Schritte beigebracht. In einer aufwändig gestalteten Darbietung haben ihre Mädchen als Finale das Leben der Vogtländerin in typischen Tänzen mit der passenden Musik der jeweiligen Jahre nacherzählt. So erklang "Mamma Mia" von Abba für die 70er und die Tänzerinnen trugen glitzernde Kostüme dazu. Dafür gab es viel Beifall.

Auch die 4-City-Dancer, das Ballett vom Mühltroffer Faschingsverein, der Spiel-Spaß-Kindertreff, die Kleinkunstgruppe der Elterninitiative Plauen, das Tanzstudio Plauen und viele weitere ehemalige Mitglieder ihrer Vergissmeinnicht-Tanzgruppen gratulierten mit Tänzen, Liedern, Gedichten. Sie alle dankten der 90-Jährigen für deren unermüdlichen Einsatz. "Die Stadträte müssen darüber entscheiden, Ihnen die Ehrenbürgerschaft anzubieten", sagte Plauens Kulturbürgermeister Steffen Zenner (CDU) in seiner Rede und überreichte einen Geschenkkorb mit Leckereien aus Plauen. Von Künstlerin Ines Falke gab es das erste Probeexemplar der geplanten Biografie von Autor Markus Schneider. Die Publikation sei noch nicht ganz fertig. "Dafür kommt aber der Geburtstag mit rein", versprach sie.

Ohne Musik und Tanz geht es bei Ruth Müller-Landauer nicht. Und so sang das Geburtstagskind der vergangenen Woche zum Schluss sämtliche Strophen des Liedes "Vuglbärbaam", tanzte dazu und leitete ihr Publikum zum Mitsingen und Mittanzen an.

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