10.000 Passagiere: Bürgerbus knackt nächste Rekordmarke

Am gestrigen Dienstag wurde in Lengenfeld die Anzahl der Fahrgäste fünfstellig. Der Bürgermeister würde das Erfolgsprojekt gern weiter ausbauen. Doch es gibt eine Hürde.

Lengenfeld.

Ob zum Einkaufen oder zum Arzt - Heide Schäller ist regelmäßig mit dem Bürgerbus in Lengenfeld unterwegs. "Zwei bis dreimal die Woche bestimmt", sagt sie. Gelegentlich werden bei den Fahrten auch alte Volkslieder wie zum Beispiel "Hab mein Wagen voll geladen" gemeinsam gesungen. Insofern passt es sehr gut, dass gerade die 76-Jährige am gestrigen Dienstag als 10.000 Fahrgast des Lengenfelder Bürgerbusses geehrt wurde. "Das ist eine richtig tolle Sache, vor allem seit Pechtelsgrün angefahren wird", findet Heide Schäller. "Und das verdanken wir nur den ehrenamtlichen Fahrern. Vielen Dank an alle!"

10.000 Fahrgäste - eine Zahl, auf die auch Lengenfelds Bürgermeister Volker Bachmann (pro Lengenfeld) stolz ist. Das macht Mut, die Erfolgsgeschichte Bürgerbus fortzuschreiben. Seit Juli 2017 ist das Gefährt in Lengenfeld und einigen seiner Ortsteile unterwegs. Selbstverständlich ist das nicht. Auch für Treuen und Rosenbach war ein Bürgerbus geplant - und scheiterte.

Das ist in Lengenfeld nicht passiert. Bis auf eine Corona-Zwangspause von Ende März bis Ende Mai war der Bus mehrmals pro Woche unterwegs. Vor allem für die Senioren ist das Gefährt eine tolle Einrichtung und erhöht ihre Lebensqualität deutlich. Was die meist treuen Fahrgäste schätzen: Die Kleinbusse verbinden Einkaufsmärkte, Arztpraxen, Bahnhof, Friedhof und Ausflugsziele. Seit rund einem Monat steuert der Bürgerbus auch den Ortsteil Pechtelsgrün an. Damit ist ein lang gehegter Wunsch der dortigen Senioren in Erfüllung gegangen. Ortsvorsteherin Birgit Habermann hatte sehr auf diese Routenerweiterung gedrungen, nachdem ältere Leute aus dem Dorf das Fehlen einer praktikablen Busverbindung beklagt hatten. "Wir verzeichnen nach Pechtelsgrün auch steigenden Fahrgastzahlen", sagt Volker Bachmann erfreut.

Alles steht und fällt bei diesem Projekt mit den ehrenamtlichen Fahrern. "Man kann ihr Engagement gar nicht genug loben", sagte Bürgermeister Bachmann am gestrigen Dienstag. Sechs Fahrer sind es zurzeit, die sich in die Arbeit reinteilen. Das reicht aus, um zwei Tage in der Woche abzudecken: Dienstag und Donnerstag. Drei Tage wären Bachmann lieber. Aber dafür bräuchte man halt noch ein paar Ehrenamtler mehr. Um die Anerkennung für die Fahrer zum Ausdruck zu bringen, hatte der Stadtrat beschlossen, dass sie eine Aufwandsentschädigung von 40 Euro pro Monat erhalten - zehn Euro mehr als bisher. Die Stadt konnte für die Zahlung ein im Dezember vorigen Jahres aufgelegtes sächsisches Förderprogramm "Wir für Sachsen" nutzen und erhält für die Zahlungen Zuschüsse in Höhe von 90 Prozent.

Ob diese Geste ausreicht, um zusätzliche ehrenamtliche Fahrer zu begeistern, wird sich zeigen. Für den Geschmack von Bürgermeister Bachmann können es gar nicht genug werden. "Noch zusätzliche Ortsteile anzuschließen - das wäre meine Vision", so der Rathauschef. Das wird nicht morgen sein; und übermorgen vermutlich nicht gleich. Bachmann: "Aber man sollte nie nie sagen."

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