2000 Euro für guten Zweck

Ein Flohmarkt hat in Reichenbach Geld für eine Selbsthilfegruppe und die Rodelhangbepflanzung erbracht. Es soll nicht das letzte Mal gewesen sein.

Reichenbach.

Anja Gürtler hat 2000 Euro mit ihrem dritten Praxisflohmarkt am Samstag eingenommen. Sie fand: "Das ist heute richtig gut gelaufen." Das Geld geht zu gleichen Teilen an die Trauerselbsthilfegruppe für Angehörige um Suizid und an die Stadt Reichenbach, die damit einen Fangzaun aus Sträuchern am Rodelhang an der Klinkhardtstraße finanzieren will.

Anja Gürtler meinte angesichts des geschäftigen Treibens auf der Wiese vor ihrer Zahnarztpraxis: "Das ist hier nicht wir ein Flohmarkt, sondern wie ein großes Warenhaus." Sie hatte alle Artikel zuvor nach Themen sortiert: Kleidung, Dekoration, Glas und Porzellan, Bücher, Spielzeug, Kunst, Antiquitäten, Schuhe, Faschingskostüme, Taschen, Haushaltgeräte, Raritäten - nichts fehlte. Jedes Kind erhielt außerdem ein Plüschtier als Geschenk. Nicht alle Waren, die zuvor für den guten Zweck abgegeben wurden, fanden auf den Tischen Platz. Ingrid Gürtler, die ihre Tochter unterstützte, sagte: "Wir legen immer wieder nach." Zu den Helfern gehörten weitere Familienangehörige, Freunde, Bekannte und Mitglieder der Selbsthilfegruppe, die der Zahnärztin besonders am Herzen liegt, seit sie den Verlust ihres Bruders verkraften muss. Die Helfer versuchten zu beraten und trugen auf Wunsch sogar größere Einkäufe zum Auto des Kunden. In der entspannten Atmosphäre bekamen sie auch Tipps von Besuchern, zum Beispiel von einem Flohmarkt-Experten, der erklärte, welche Teile gut sichtbar präsentiert werden sollten und was von Wert ist.

Die Besucher, die schon früh in Scharen strömten, begutachteten nicht nur die Waren. Sie kamen auch miteinander ins Gespräch, zum Beispiel über Bücher, die man empfehlen kann. Am Bücherstand wurden alle möglichen Themen debattiert, angesichts von Regionalliteratur auch kommunalpolitische Fragen wie die Gestaltung des Geländes an der Göltzschtalbrücke oder Nachwuchssorgen von Vereinen. Bei einem Wäschestampfer aus Omas Zeiten entspann sich ein Disput über frühere Techniken beim Wäschewaschen.

Die Waren hatten keinen festen Preis. Die Kunden konnten zahlen, was sie wollten. Dabei wurde auch so manche zusätzliche Spende über den Tisch gereicht, für den guten Zweck und als Anerkennung des Aufwandes für den Flohmarkt. "Man, habt ihr eine Auswahl", rief eine Frau der Veranstalterin zu, während eine andere fragte, was mit den übrig gebliebenen Sachen geschehe. "Das hier macht auf alle Fälle Arbeit. Wenn ich es nicht gern machen würde, wäre es nicht möglich", sagte Anja Gürtler. Sie werde die Reste einlagern und beim nächsten Markt wieder anbieten. Einige Kunden kündigten schon an, dass sie dann auch ihre gesammelten Werke vorbeibringen wollen.

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