Affenhitze sorgt für späte Rekordtage: Bäder öffnen länger

Die Freibäder Reichenbach, Netzschkau und Neumark verschieben den Saisonschluss. Der heiße September gleicht das im Sommer aufgelaufene Minus aber nicht ganz aus.

Reichenbach.

Zum Beispiel in Plauen laufen die Leute auf der Suche nach Abkühlung gerade Sturm. Nachdem das städtische Freibad Preißelpöhl bereits gestern trotz der gegenwärtigen Affenhitze in Winterruhe gegangen ist, haben aufgebrachte Dauergäste Unterschriften gegen die Schließung gesammelt und der zuständigen Fachabteilung im Rathaus eine geharnischte Mail geschrieben. Tenor: Typisch Verwaltung. In der Reichenbacher Region sind solche hitzigen Gefechte unnötig. Die Freibäder in Reichenbach, Netzschkau und Neumark haben aufgrund des Jahrhundert-Septembers ihre Saisonabschlüsse auf Sonntag verschoben - normalerweise dauert eine Saison von Mitte Mai bis 15. September.

"Der September sorgt sicher nicht nur bei uns für einen halbwegs versöhnlichen Saisonabschluss. Ich bin hier fast 35 Jahre im Bad, dass wir die Saison verlängert haben, kam bisher nur dreimal vor", sagt Schwimmmeister Bernd Claus, der in Oberreichenbach bei Lufttemperaturen von um die 30 Grad noch Wassertemperaturen von 23 Grad vermelden kann - dank der Solaranlage ist das möglich, sonst erreichen die Bäder aufgrund des nachts abkühlenden Wassers um die 21 Grad. Die September-Hitze sorgt in Reichenbach für Rekordbesuche, am Wochenende waren es 1800 Gäste. "Das gleicht die Verluste von Juni, Juli und auch Anfang August zwar nicht aus, aber immerhin", sagt Bernd Claus. Bis 1. September zählte der Schwimmmeister 33.000 Badegäste, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum waren das 12.000 weniger.

Auch das Netzschkauer Bad gleicht dank der späten Hitze das Sommer-Minus noch etwas aus. Am Sonntag waren 250 Leute im Bad. "Wir haben dann nach kurzer Absprache mit dem Bürgermeister gesagt, das einmalige Wetter muss zugunsten der Gäste ausgenutzt werden. An solche Temperaturen im September kann ich mich nicht erinnern", spricht Schwimmmeister Günther Claus von einem Rekord in seiner 31-jährigen Dienstzeit. Vor allem die Dauerschwimmer sind happy. "Sie stehen gleich mit der Eröffnung 11 Uhr am Becken."

In der Neumarker Badoase kommt es angesichts der verlängerten Öffnung sogar zu einem Novum: Die Sommerend-Party am Samstagabend markiert nicht das Ende der Saison. "Wobei wir sagen können, dass es gerade unsere Veranstaltungen waren, die das Besucher-Minus im Sommer einigermaßen ausgelichen haben", sagt Vereinssprecher Steffen Dietzel: Knapp 8000 Gäste kamen in dieser Saison, doppelt so viele waren es 2015.

Für das Lengenfelder Bad, das zudem mit schwierigen Bedingungen aufgrund der Baustelle nebenan zu kämpfen hat, steht das genaue Saisonende noch nicht fest. "Bis Donnerstag ist auf jeden Fall geöffnet, alles andere stimmen wir noch mit der Verwaltung ab", sagt Schwimmmeisterin Melanie Fechner. Bisher kamen an die 6000 Gäste, vor einem Jahr waren es etwa 10.000. In Mylau schließt das Bad derweil planmäßig am Donnerstag. Die auf diesen Stichtag hin ausgerichteten Arbeitsverträge sind der Grund. "Sicher hätten wir gern länger geöffnet, aber so ist das nun mal bei knappen Vereinskassen. Und mit diesem Wetter hat keiner gerechnet", sagt Schwimmmeister Roland Schmelzer.

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