Agrargenossenschaft stellt neue Silo-Anlage fertig

Die Arbeiten an der Anlage mit acht Türmen in Coschütz sind fast beendet. Einen Teil der diesjährigen Ernte wollen die Landwirte schon im neuen Getreidelager unterbringen. Das soll künftig nicht nur für eigene Erzeugnisse genutzt werden.

Coschütz.

Ihr ehrgeiziges Ziel hat die Agrargenossenschaft Am Kuhberg in Coschütz erreicht: Die Ernte dieses Jahres kann zum größten Teil im neuen Silo eingelagert werden. Der 2,7 Millionen Euro kostende Bau ist fast fertig. Am Montag hob ein 70 Meter hoher Kran die so genannten Elevatoren in die Türme. Elevatoren sind Fördereinrichtungen, die das Getreide senkrecht in die Höhe transportieren.

Der Vorsitzende der Agrargenossenschaft, Daniel Hirsch, geht davon aus, dass das erste Getreide in 14 Tagen im neuen Lager Platz findet. Die acht 25 Meter hohen Silotürme lassen sich mit 4400 Tonnen Getreide befüllen. Der Landwirtschaftsbetrieb kann damit erstmalig seit seinem Bestehen mehr als 70 Prozent des selbst erzeugten Getreides auch lagern. Bisher konnte der Betrieb im alten Lager nur 1000 Tonnen unterbringen. Im Umkehrschluss bedeutete das: Alles, was im eigenen Hause keinen Platz fand, musste sofort zum Händler. Künftig kann die Agrargenossenschaft über das gesamte Jahr Getreide verkaufen und damit einen höheren Erlös zu erzielen.

Das neue Silo besteht aus mehreren Bauteilen. Die Türme selbst sind mit verzinktem Stahlblech ummantelt. Vorgeschaltet liegen eine Waage, die Annahmestelle, eine Nasszelle und der Trockner. Die Nasszelle kann für etwa zwei bis drei Tage 250 Tonnen Getreide zwischenlagern, das anschließend in den Trockner muss. Nötig ist das Nachtrocknen aber nur, wenn der Feuchtigkeitsgehalt der Körner bei über 15 Prozent liegt. Mit der Installation eines eigenen Trockners hat die Agrargenossenschaft auch erstmals eine sinnvolle Verwendung für die Abluft ihrer Biogasanlage im Sommer. Diese warme Abluft strömte bisher ungenutzt in die Umwelt. Daniel Hirsch sagte dazu: "Im Winter heizen wir damit unsere Betriebsgebäude. Wir kaufen schon seit 2012 kein Heizöl mehr." Sollte die anfallende Abwärme nicht ausreichen, komme zusätzlich Propangas zum Erwärmen von Luft zum Einsatz. Im Trockner durchströmt die warme Luft das Getreide und verringert so den Feuchteanteil.

In diesem Jahr möchte die Agrargenossenschaft vorerst nur ihr eigenes Getreide im Neubau einlagern. Hirsch kann sich aber vorstellen, künftig auch für andere Betriebe Getreide zu lagern.

Die Ernte von Weizen, Hafer, Sommergerste und Raps steht noch bevor. Die 2000 Tonnen schon geerntete Wintergerste liegt im alten Lager. Diese Getreideart nutzen die Coschützer Landwirte sortenabhängig teils als Futter oder verkaufen es als Braugerste für die Bierherstellung. "Die Qualität ist wider Erwarten gut", sagte Hirsch erfreut. Mit Blick auf andere mitteldeutsche Regionen sagte er: "Wir können sehr zufrieden sein, trotz der mengenmäßig unterdurchschnittlichen Erträge." Die Coschützer ernteten etwa 20 Prozent weniger Wintergerste als in durchschnittlichen Jahren. In anderen deutschen Regionen mit lang anhaltender Trockenheit sei von Missernten die Rede, so Hirsch.

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