"Alles fließt": Neue Ausstellung im Neuberinhaus

Die Kunsthalle Vogtland geht nach der Coronazwangspause in die Offensive. Marietta Jeschke aus Reichenbach präsentiert ihre Gemälde, Grafiken und Objekte.

Reichenbach.

Ab dem morgigen Freitag werden im Foyer des Neuberinhauses in Reichenbach Gemälde, Grafiken und Objekte von Marietta Jeschke unter dem Titel "panta rhei/alles fließt" zu sehen sein. Der Förderverein Kunsthalle Vogtland präsentiert dort die zum Teil großformatigen Werke der aktuell wohl bekanntesten Reichenbacher Künstlerin, die den Verein seinerzeit mitgegründet hat.

Petra Lewey, Kunsthistorikerin und Leiterin der Kunstsammlungen Zwickau, beschreibt die künstlerische Arbeit von Marietta Jeschke so: "Ähnlich den Vertretern des amerikanischen abstrakten Expressionismus oder des europäischen Informel geht die Künstlerin bei der Bearbeitung ihrer Papiere, Leinwände oder auch ihrer dreidimensionalen Objekte spontan, intuitiv und experimentell vor."

Marietta Jeschke wurde 1945 in Reichenbach geboren und war nach der Ausbildung zur Landwirtin in verschiedenen Berufen tätig, so in der Offsetretusche und als Museumsassistentin. Mit 43 Jahren entschloss sie sich, fortan freischaffend als Malerin und Grafikerin tätig zu sein. Seither scheint die Quelle ihrer Kreativität ohne Unterbrechung zu fließen. Jene von Heraktlit mit der Formel panta rhei (alles fließt) beschriebene Einheit aller Dinge, dass also aus Allem eins und aus einem Alles wird, bestimmt die außergewöhnliche Kunst von Jeschke.

Indes hatte die Corona-Pandemie wie auf alle Kulturschaffenden auch Auswirkungen auf die Arbeit des Fördervereins. "Die Schau war eigentlich schon im Frühjahr dieses Jahres geplant, musste allerdings verschoben werden", so der Vorsitzende Severin Zähringer. Auch am Freitag wird es coronabedingt besondere Vorkehrungen geben: So findet die offizielle Eröffnung um 19 Uhr im Großen Saal des Neuberinhauses statt, in dem die Abstandsregeln einzuhalten sind. Im Foyer ist das Tragen der Maske Vorschrift, am Eingang werden für die Kontaktnachverfolgung die Daten der Besucher erfasst. "Dennoch wird es ein entspannter Abend mit vielen geistreichen Gesprächen und schöner Atmosphäre werden", ist sich der Zähringer sicher. Den musikalischen Rahmen bilden die Dresdner Musiker Florian Naegli (Gitarre und Gesang) und Adrian Kehlbacher (Bass).

Der Eintritt zur Vernissage ist frei. Zur Schau bietet der Verein einen Ausstellungskatalog an. Zudem sind die Kataloge der bisherigen Ausstellungen erhältlich.

Bis 17. Januar sind die Werke von Marietta Jeschke im Foyer zu den Öffnungszeiten des Neuberinhauses zu sehen. Danach folgt mit Thomas Ranft, der einst Mentor von Marietta Jeschke war, ein sächsischer Grafiker mit sehr feingliedrigen, detaillierten Bildern. (gb)

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