Alltagsleben soll erhalten bleiben

Die DRK-Tagespflege an der Albertistraße in Reichenbach feiert ihr 25-Jähriges. Viele Reichenbacher haben zuvor in dem Haus das Licht der Welt erblickt.

Bianca Zisowsky (rechts), die Geschäftsführerin des DRK-Kreisverbands Reichenbach, setzte gestern das Glücksrad in Bewegung.

Von Silvia Kölbel

Für viele Reichenbacher ist das Haus an der Albertistraße 46 im Sprachgebrauch noch immer die Entbindungsklinik, auch wenn dort die vor 25 Jahren gegründete Tagespflege des Deutschen Roten Kreuzes Reichenbach untergebracht ist. Dieses Jubiläum feierte die Einrichtung in dieser Woche, zuletzt gestern mit einem Tag der offenen Tür.

Für so manche Frau, die tagsüber die Angebote der Einrichtung nutzt, verbinden sich deshalb noch ganz andere Erinnerungen mit dem Gebäude. Annett Biskup, die stellvertretende Leiterin der Einrichtung, sagte: "Etliche haben früher hier ihre Kinder auf die Welt gebracht, heute kommen sie als unsere Tagesgäste zu uns." Sie führte gestern die Besucher durchs Haus, darunter auch Oberbürgermeister Raphael Kürzinger (CDU), der befand: "Wir können alle froh sein, dass es die Tagespflege gibt, so muss niemand allein zu Hause sitzen."

Das 1930 im Bauhausstil errichtete Gebäude steht unter Denkmalschutz. Es beherbergte sowohl in den Anfängen seiner inzwischen 88-jährigen Geschichte eine private Entbindungsklinik als auch die Entbindungsstation des Kreiskrankenhauses Reichenbach. Noch bis Anfang der 1990er-Jahre kamen in dem Haus Kinder auf die Welt. 1994 zog die DRK-Tagespflege ein, die im Gründungsjahr in einem anderen Gebäude untergebracht war und die dann später während einer Sanierung auch noch einmal umziehen musste. Heute heißt das Gebäude an der Albertistraße 46: "Haus der sozialen Dienste". Untergebracht sind acht altersgerechte Wohnungen, die Sozialstation des DRK und Schulungsräume.

Bis zu 20 Personen könne die Tagespflege aufnehmen, erklärte die Leiterin der Einrichtung, Sabine Junghähnel. Die Leiterin: "Manche kommen jeden Tag, manche nur einmal pro Woche." Dadurch nutzen derzeit 38 Männer und Frauen die 20 Plätze. Aus Anlass des Jubiläums hat Annett Biskup die Statistik bemüht und herausgefunden, dass die Einrichtung im zurückliegenden Vierteljahrhundert von 441 Gästen besucht wurde. Zwölf Mitarbeiter und einige ehrenamtliche Helfer kümmern sich um das Wohl der älteren Damen und Herren. Jeder Tag hält andere Angebote bereit. "Montags steht Gedächtnistraining im Mittelpunkt, das können Denkspiele oder Gespräche sein. Bewegung spielt auch eine wichtige Rolle oder hauswirtschaftliche Beschäftigung wie Kochen und Backen", berichtete Sabine Junghähnel.

Das Ziel der Tagespflege sei die Entlastung der pflegenden Angehörigen, die zum Teil berufstätig sind, so die Leiterin. Die Tagespflege soll viele Elemente der gewohnten Alltagsstruktur enthalten. Es bleibt ausreichend Zeit, auf die Wünsche und Bedürfnisse des Einzelnen einzugehen.

In dem Maße, wie sich die Finanzierung der Tagespflege durch die Kassen verbesserte, stiegen auch der Zuspruch und der Bekanntheitsgrad, berichtete Junghähnel. Die Jubiläumswoche stellte die Einrichtung unter die Überschrift: "Gesunde Lebensweise". "Deshalb kann man bei unserem Glücksrad heute auch Obst gewinnen, morgen mixen wir alkoholfreie Cocktails", berichtete Annette Khan-Inn, die sich um die Gäste-Betreuung kümmerte.

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