Alte Röste will sich neu erfinden

Defekte Tonanlage, kaputte Dächer, löchriger Fußboden im Inneren, brennende Müllcontainer - die Alte Kaffeerösterei in Plauen kämpft mit vielen Problemen. Bald soll mit denen Schluss sein.

Plauen/Reichenbach.

Der etwa 40-köpfige Verein Alte Kaffeerösterei in Plauen will sein Profil als soziokulturelles Zentrum und überregional bedeutsame Einrichtung schärfen. Nur dann könnte auch Geld vom Kulturraum fließen. Denn finanzielle Sorgen plagen die Leute von der Haselbrunner "Röste" zusehends. Und nicht nur die: auch die Nerven der vor allem Ehrenamtlichen liegen blank. Im jüngsten Kulturausschuss des Plauener Stadtrates haben sich drei der Mitarbeiter vorgestellt und um Unterstützung gebeten: Michael und Jens Bühring sowie der Bundesfreiwilligendienst Leistende Christian Roscher.

Da seitens der Stadt lediglich Einzelprojekte gefördert würden, seien sie derzeit gezwungen, sich auf Partyveranstaltungen zu konzentrieren. "Das erfüllt unseren kulturellen Anspruch nicht, hält uns aber finanziell über Wasser", gab Roscher zu. Er ist ebenso für den Einkauf hochwertiger Veranstaltungen zuständig. Auf solche auch außerhalb Plauens wahrgenommene Live-Konzerte, Kunstaktionen und Festivals wolle man sich gern wieder konzentrieren.


Die Leute aus Reichenbach und Umgebung werden dies gern hören. Denn die Röste mit ihren Angeboten strahlt auch bis hierher. Bis Ende des Jahres soll es nach dem Rampa Zampa-Open Air am 30./31. August eine kreative Pause geben. In dieser Zeit wolle man ein Konzept erarbeiten, um mehr Soziokultur anzubieten. Auch was die Konzerte anbelangt, wolle man sich künftig deutlich abgrenzen, nicht mehr alles nehmen, was kommt, so Roscher.

"Holen Sie sich ruhig Tipps dazu von unserem Malzhaus", empfahl Plauens Kulturbürgermeister Steffen Zenner (CDU). Michael Bühring, der auf 450-Euro-Basis einzige festangestellte "Röste"-Mitarbeiter, wies jedoch darauf hin, dass seine Einrichtung mehr auf jüngeres Publikum ausgerichtet sei - im Gensatz zum Malzhaus. Die ganz jungen Einwohner des Brennpunktstadtteils sind es, die von der Kulturstätte an der Hans-Sachs-Straße laut neuem Konzept integriert werden sollen.

Petra Rank (Linke): "So, wie es war, kann es nicht weiter gehen." Denn ein Großteil der 3000 Quadratmeter überdachten Fläche weist derzeit erhebliche Baumängel auf. Besonders die maroden großen Dächer bereiten Sorgen. Für die dringend notwendige Sanierung dort sowie im Inneren fehlten schlicht die Finanzen. Zu alledem habe die veraltete Tonanlage den Geist aufgegeben. Geld, um die Werbetrommel für die Veranstaltungen zu rühren, sei gleich gar nicht da. Hinzu komme, dass sich neben dem Eingang zur "Röste" ein Haus befindet, dass dem Verein nicht gehört. Besitzer sei ein privater Vermieter. Dort würde auch immer mal ein Müllcontainer brennen, was in der Nachbarschaft nicht gut ankäme, so Jens Bühring.

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