Amtsgerichtsgebäude vor 120 Jahren eingeweiht

Für Gerichtsverhandlungen müssen Reichenbacher längst nach Auerbach fahren. Doch das ehemalige Justizgebäude wird immer noch genutzt.

Reichenbach.

Die Bauarbeiten für das neue und repräsentativere Amtsgerichtsgebäude an der heutigen Heinrich-Heine-Straße in Reichenbach begannen 1895. Bereits im Dezember 1897 wurde das Richtfest gefeiert. Über 60 Meter erstreckt sich das Haus an der damaligen Moltkestraße. Zwei Flügelanbauten mit einer Länge von 30 beziehungsweise 38 Metern kamen dazu. Der Gefängnisbau an der Mendelssohnstraße (damals Königstraße) misst nochmals 48 Meter mit zwei Flügelanbauten von 20 Metern Länge.

Der Baustil, in dem das Ensemble gehalten ist, ist der Neorenaissance zuzuordnen. Vor dem Bau des neuen Amtsgerichtsgebäudes hatte der Staat 1851 den damaligen Gasthof "Zum Stern" am Markt erworben und nutzte ihn seit 1856 als "Königliches Gerichtsamt" (heute Stadthaus). Das Gefängnis am Roßplatz gehörte dazu. Das Amtsgericht am Markt kaufte die Stadt Reichenbach 1901 als Verwaltungsgebäude. Das Gefängnis wurde 1919 abgerissen. Am 6. Oktober 1899 wurde das neue Amtsgerichtsgebäude feierlich eingeweiht. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wurde aus dem Amtsgericht das Kreisgericht. Nach 1990 war es wieder Amtsgericht, das allerdings 1994 nach dem Umzug nach Auerbach geschlossen wurde. Zunächst verblieb noch die Polizeidienststelle im Haus, die in der DDR als Volkspolizeikreisamt geführt wurde. 2009 erfolgte auch der Umzug der Polizei nach Auerbach. Doch es blieb das Revier der Autobahnpolizei in Reichenbach.

Im Rahmen umfangreicher Sanierungen, die 2015 abgeschlossen wurden, erstrahlt das Amtsgerichtsgebäude im neuen Glanz.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...