Angeklagter streitet (fast) alles ab

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Prozess um Kindesmissbrauch: Rentner aus Falkenstein kümmerte sich um Mädchen

Auerbach/Falkenstein.

In einem Zeitraum von acht Jahren soll ein Falkensteiner sechs minderjährige Mädchen sexuell missbraucht haben. Der Rentner muss sich seit Donnerstag vor dem Amtsgericht Auerbach verantworten. Zum Auftakt des Verfahrens bestritt der Angeklagte den Großteil der Vorwürfe.

Zur Last gelegt werden dem Mann acht sexuelle Übergriffe auf sechs Mädchen, die zur mutmaßlichen Tatzeit im Alter zwischen sechs bis 14 Jahren waren. Die Vorfälle sollen sich zwischen 2011 und 2019 ereignet haben.

Einige der Kinder galten als seine "Schutzbefohlenen", das heißt, er war zum Zeitpunkt der angeklagten Delikte für ihre Betreuung verantwortlich. In einem Fall ist schwerer sexueller Missbrauch angeklagt - der Rentner soll mit dem Finger in den Körper eines Kindes eingedrungen sein. Außerdem geht es um Berührungen oder Oralverkehr.

Der Angeklagte stritt die Vorwürfe zum Großteil rundweg ab: "Überhaupt nichts, gar nichts, absolut überhaupt nichts" sei mit vier der Mädchen vorgefallen. Nur einen Anklagepunkt räumte er ein: Er habe ihm anvertraute Zwillinge, die damals sieben Jahre alt waren, nach dem Baden im Genitalbereich "geküsst". Warum, erläuterte er nicht. Zuhause hätten die Kinder niemals baden können.

Der Rentner bestätigte, dass er auch die vier anderen Mädchen und jungen Frauen kenne. Er habe sich um sie gekümmert, weil "zuhause niemand da" gewesen sei: "Wir waren im Zoo, auf dem Spielplatz, im Park - fast immer draußen, nur selten in der Wohnung." Er habe zum Beispiel kaputte Schuhe repariert oder die Kinder Videos schauen lassen. Seine Ehefrau sei immer mit dabei gewesen.

Nach den Einlassungen des Angeklagten regte Richter Jörg Richter ein sogenanntes Rechtsgespräch an. Dabei bemühen sich die Prozessparteien hinter verschlossenen Türen um eine Verständigung. In diesem Fall kam es nicht dazu. Das bedeutet, dass die betroffenen Mädchen und jungen Frauen (inzwischen 10 bis 25 Jahre alt) aussagen müssen. Dies soll am 25. Mai bei einer audiovisuellen Zeugenvernehmung in Plauen geschehen - nur dort gibt es seit kurzem technische Voraussetzungen dafür. Die Öffentlichkeit wird dabei wahrscheinlich ausgeschlossen. (bap)

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