Anzahl der Vogtland-Auspendler nimmt leicht zu

Die Arbeitsagentur hat aktuelle Zahlen vorgelegt. Bundestagsabgeordnete Zimmermann warnt nicht nur vor Pendelstress.

Reichenbach.

Die Anzahl der Auspendler, die anderswo einer Arbeit nachgehen, ist im Vogtlandkreis anhaltend hoch und im Jahr 2017 sogar wieder leicht angestiegen. Verdienten 2016 insgesamt 21.153 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte aus dem Arbeitsagenturbezirk Plauen außerhalb des Vogtlandkreises ihre Brötchen, so stieg der Wert im Folgejahr auf 21.223 an. Zieht man als Vergleich das Jahr 2005 hinzu, ist die Anzahl der Auspendler sogar deutlich gestiegen. Seinerzeit pendelten 19.262 Vogtländer aus, um zu arbeiten. Die meisten tun das offenbar wegen der besseren Bezahlung: Allein nach Bayern pendelten im Jahr 2017 insgesamt 7179 Vogtländerinnen und Vogtländer.

Die Zahlen sind frisch herausgegeben von der Bundesagentur für Arbeit. Die Agentur hat sich zu den Pendlerströmen auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann (Die Linke) geäußert. Die Zwickauerin ist arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion der Linken.

In umgekehrter Richtung sind die Werte deutlich geringer, die Tendenz ist jedoch dieselbe. Ins Vogtland kamen 2017 zum Arbeiten 11.999 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Deren Zahl hat sich über die Jahre aber auch erhöht und lag 2005 noch bei 8813.

Was bedeuten die Zahlen? "Die hohe Zahl von Pendlern entlastet immer noch ganz wesentlich den vogtländischen Arbeitsmarkt und ist Ausdruck von zu wenig guter Arbeit und niedrigen Löhnen", meint Sabine Zimmermann. Das Entstehen von guter und existenzsichernder Arbeit sei für den Vogtlandkreis von enormer Bedeutung. "Dies darf die sächsische Landesregierung, aber natürlich auch die Wirtschaftsförderung des Vogtlandkreises nicht aus den Augen verlieren", fordert die Arbeitsmarkt-Expertin der Linken. Lange Zeit hatte der Vogtlandkreis unter CDU-Führung mit Niedriglohn als Argument für Ansiedlungen geworben. Doch davon hat sich die CDU inzwischen offiziell verabschiedet.

Zimmermann sieht nach wie vor "Druck, im Beruf mobil zu sein und weite Wege zum Arbeitsplatz zurückzulegen". Dieser Druck habe in den letzten Jahren unvermindert angehalten. "Der Preis der erhöhten Mobilität ist zunehmender Stress, insbesondere bei den so genannten Fernpendlern, bis hin zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen." Es sei Sache der Arbeitgeber, Arbeitszeitmodelle zu finden, die den Beschäftigten Flexibilität einräumen und dem Pendelstress entgegen wirken, fordert sie.

Das Einkommensniveau sei eine entscheidende Motivation für Pendler. Mit einem durchschnittlichen Arbeitsentgelt von 2241 Euro liegen in der Region arbeitende Vollzeitbeschäftigte weit unter dem bundesweiten Durchschnitt von 3209 Euro. Selbst im sächsischen Vergleich ist das Vogtland eine der Regionen mit den niedrigsten Einkommen. Durchschnittlich verdienen die Menschen im Freistaat monatlich 2479 Euro - für die Vogtländer sind es laut Statistik 238 Euro weniger im Monat und aufs Jahr hochgerechnet 2856 Euro.

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3Kommentare
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  • 1
    0
    Zeitungss
    06.09.2018

    @aus.....: Es hat sich nur noch nicht herumgesprochen und an einer Verbreitung ist man von ganz oben nun wirklich nicht interessiert, aus verständlichen Gründen.

  • 1
    0
    aussaugerges
    06.09.2018

    Wie hat Karl Marx gesagt ,nur dort wo die Produktionsmittel sind ist Wohlstand zu erwarten.
    Die ausgelagerten billigen Niederlassungen und Lagerhallen machen uns immer
    ärmer.

  • 1
    0
    Zeitungss
    06.09.2018

    Um diesen Zustand zu bremsen, gibt es ein ganz einfaches Mittel, in diese Richtung denken unsere Vordenker leider nicht, was allerdings zweckmäßig wäre. Das Zauberwort heißt ordentlicher Lohn. Hier werden per Zeitung eher EHRENAMTLICHE gesucht um die Lohndrückung zu unterstützen und es gibt tatsächlich Leute, welche es auch tun. Was in deren Köpfen vorgeht, ist nicht nachvollziehbar. Immerhin hat das Vogtland sich einen Namen als Niedriglohngebiet erarbeitet, für einige Grund zum FEIERN und die Betroffenen PENDELN.



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