Auf der Spur einer Adoption von 1942

Eine Frau aus dem Saarland sucht Zeitzeugen, die etwas über das Leben der leiblichen Mutter ihres Schwiegervaters wissen: Hildegard Morgenstern aus Reichenbach.

Reichenbach/Wadern.

80 Jahre ist es erst her. Doch vieles liegt schon im Dunkel der Geschichte. Anja Leidinger-Fuljahn, die in Wadern im Saarland lebt, hat sich vorgenommen, Licht in die Lebensgeschichte ihres Schwiegervaters und von dessen Eltern zu bringen.

"Mein Schwiegervater Nils Fuljahn verstarb im August 2017. Er war adoptiert. Über seine leiblichen Eltern hat er nie gesprochen. Es hieß nur: Seine Mutter wollte ihn nicht, der Vater sei im Krieg gefallen", sagt die Schwiegertochter. Nach seinem Ableben habe man die Geburts- und Adoptionsurkunde gefunden.

Nils Fuljahn wurde demnach am 4. April 1940 in einem Frauenhaus in Nossen in Sachsen geboren. Die Mutter Hildegard Morgenstern stammte aus Reichenbach im Vogtland, der Vater, Xaver Funk, war ein Marineoffizier aus Wilhelmshaven. "Die beiden müssen sich im Sommer 1939 kennen und lieben gelernt haben. Xaver Funk erkannte die Vaterschaft des unehelichen Kindes an", sagt Anja Leidinger-Fuljahn. Dabei sei er damals schon verlobt gewesen, nur ein paar Monate später kam seine Tochter zur Welt.

Gert Morgenstern wurde 1942 in Dresden von der Familie Fuljahn adoptiert, die angesehene Geschäftsleute waren, und trug danach den Namen Nils Fuljahn. "Allerdings gibt es Fotos, die ihn bereits im Alter von fünf Monaten auf dem Arm seiner späteren Adoptivmutter zeigen. Also muss es da schon Kontakte gegeben haben", sagt die Saarländerin.

Wie die Nachforschungen ergaben, sei Hildegard Morgenstern bereits 1940 nach Ruhpolding gezogen, wo sie einen Dr. Pöhlmann heiratete. Mit ihm hatte sie eine Tochter. Xaver Funk fiel nicht, wie der Schwiegervater wähnte, im Krieg. Sondern er verstarb wie auch Hildegard Morgenstern im Jahr 2011, er mit 97, sie mit 98 Jahren, innerhalb eines Monats.

Um die Familiengeschichte zu vervollständigen, werden Zeitzeugen gesucht: "Wir möchten gern mehr über die Familie Morgenstern in Reichenbach herausfinden", sagt Anja Leidinger-Fuljahn. Das Standesamt half mit der Geburtsurkunde: Demnach waren Hildegards Eltern Ulrich und Martha Morgenstern, geborene Trommer. Sie wohnten in der Bismarckstraße 11. Überliefert ist auch, dass sie am Mylauer Tor 7 ein Geschäft betrieben. Sowohl ein Großhandel von Likören und Fleischkonserven als auch Feinkost- und Spirituosenladen waren unter dieser Adresse verzeichnet.

Gibt es jemand, der sich an dieFamilie Morgenstern erinnert? Weiß jemand, wie Hildegard einst den Marineoffizier aus Wilhelmshaven kennen lernte und ob es Kontakt zur Familie Fuljahn aus Dresden gab?

Hinweise nimmt die "Freie Presse"-Lokalredaktion, Markt 5, 08468 Reichenbach, E-Mail red.reichenbach@freiepresse.de entgegen und leitet sie an die Ahnenforscher weiter.

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