Aus dem Wäscheplatz wird ein Parkplatz

Die Wohnungsbaugesellschaft Reichenbach hat rund ums Haus Gesundheit an der Zwickauer Straße viel vor. Nicht jedem Mieter gefällt das.

Reichenbach.

Um neuen und jungen Mietern attraktive Wohnungsangebote machen zu können und die Wohnqualität für Mieter zu erhöhen, investiert die Reichenbacher Wohnungsbaugesellschaft Woba seit Jahren viel Geld in die Modernisierung ihres Bestands. Dazu gehört seit einiger Zeit auch das Schaffen wohnungsnaher Parkplätze. In diesem Zuge verwandelt sich ab nächste Woche der große Wäscheplatz hinter dem U-Haus an der Zwickauer Straße in einen gepflasterten Parkplatz. Für die vier Wochen in Anspruch nehmenden Arbeiten sind die Mieter via Anschreiben gebeten worden, für das Trocknen der Wäsche die dafür auch vorgesehenen Dachböden zu nutzen.

Ein Unding, sagen die Mieter Karlheinz Schmidt und Hendrik Schneider. Vielen älteren und langjährigen Mietern des U-Hauses sei es nicht zuzumuten, auf die Möglichkeit des Wäschetrocknens hinter dem Haus zu verzichten. "Ganz zu schweigen von Abgasen und Lärm, die zur Belästigung der Mieter führen, deren Schlafzimmer und Wohnstuben an dieser Seite des Hauses liegen", sagt Karlheinz Schmidt. Dieses Vorhaben sei eine reine Willkürmaßnahme der Woba-Geschäftsführerin.


Daniela Raschpichler, die sich bereits jüngst zu dieser Kritik geäußert hatte, verweist noch einmal auf die Notwendigkeit des Umbaus. "Wir können als Vermieter doch nicht mit dem Argument großer Wäscheplätze um neue Mieter werben", sagt die Woba-Chefin. "Und außerdem bleibt ja der kleinere, etwa 60 Quadratmeter große Platz am Haus erhalten. Dort wird es genau so viele Möglichkeiten Wäsche aufzuhängen geben wie bisher." Insofern gebe es keine Verschlechterung der Wohnbedingungen, sondern aufgrund der bequem zu erreichenden Parkplätze eine Verbesserung. Schließlich werde auch die unbefestigte Zufahrt von der Zwickauer Straße zu den neuen Stellflächen ebenfalls gepflastert. "Vor dem Parkplatz wird zudem eine zum Charakter des Platzes passende Grünfläche angelegt."

Damit gleicht sich das Erscheinungsbild des U-Hauses dem neugestalteten Außengelände des Hauses Gesundheit gleich um die Ecke an. In dem einstigen Wohnblock befindet sich die Eigenpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung und eine Physiotherapie, für das 200 Quadratmeter große Obergeschoss sucht die Woba noch Mieter. "Das könnte eine Tagespflege sein", sagt Daniela Raschpichler. Auch diese Etage ist über einen in Kürze fertiggestellten Fahrstuhlanbau erreichbar. Auf dem Außengelände hat die Woba bereits alte Garagen abgerissen und Parkplätze für Mitarbeiter und Patienten geschaffen. Ein Pavillon, ein Rundgarten sowie geschwungene Bänke und viel Grün mit neuen Bäumen laden auch die Bewohner des nahen U-Hauses zum Verschnaufen ein.

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