Ausfälle: Vogtlandbahn muss zum Teil auf Busse umsatteln

Zwischen Plauen und Falkenstein fällt ein Teil der Züge aus. Drohen ähnliche Probleme wie vergangenes Jahr in Bayern?

Neumark.

Die Probleme der Vogtlandbahn mit ihren Triebwagen sind gravierender als ursprünglich eingeräumt. Dies teilte am gestrigen Donnerstag Pressesprecher Jörg Puchmüller mit. Aus diesem Grund müssen auf der Linie RB5 zwischen Falkenstein und Plauen zum Teil Busse eingesetzt werden - zumindest montags bis freitags. Diese Regelung gelte bis spätestens 21. Februar, dem Ende der Winterferien. Am Montag hatte das noch anders geklungen. Da war Puchmüller davon ausgegangen, dass bis Ende der Woche wieder alles seinen Gang geht. Als Ursache hatte er technische Probleme wie defekte Toiletten sowie Probleme beim Kühlwasser genannt, deren Behebung sich wegen Personalknappheit verzögert. Wie der Pressesprecher nun mitteilte, müssen einige Triebwagen quasi zum "Tüv" - und dies dauere länger als geplant. "Bei den derzeit laufenden, geplanten Hauptuntersuchungen sind zusätzliche Arbeiten notwendig geworden", so Puchmüller. Dazu kämen Schäden, die jahreszeitlich bedingt gehäuft auftreten. Außerdem seien unerwartete Lieferschwierigkeiten bei Ersatzteilen eingetreten. "Es betrifft aber nur einen Zug", so Puchmüller. "95Prozent unserer Fahrten finden statt."

Bis Mitte Dezember hatte die Vogtlandbahn in ihren Werkstätten in Neumark Triebwagen der Sorte Regio-Shuttle vor ihrem Einsatz in der Region technisch überholt, die das Vorgängermodell Regio-Sprinter ersetzen. Insofern überrascht der jetzige Engpass etwas. Allerdings, so Puchmüller, sind die Regio-Shuttles keine neuen Fahrzeuge. Sie seien Baujahr 2003 bis 2012. Bei einer durchschnittlichen Betriebsdauer von 35 Jahren könne man da nicht von einer Überalterung sprechen. Ein Teil der Regio-Shuttles stamme von weiteren Zweigen der Länderbahn, räumte Puchmüller ein. Dort fahren jetzt andere Fahrzeuge. "Es ist aber nicht so, dass wir hier den Schrott abbekommen", so der Pressesprecher.

Probleme mit Zugausfällen hatte es Ende 2019 auch beim Alex gegeben, einem Zweig der Länderbahn in Bayern. "Da lag der Fall aber anders", betont der Pressesprecher. "Da hatten wir keine Materialprobleme, sondern zu wenige Leute." Dennoch sind die Parallelen auch anderen aufgefallen. So schreibt ein Nutzer in einem Internetforum zum vogtländischen Bahnwesen: "Nach allem, was beim Alex und insbesondere im Allgäu im letzten Jahr vorgefallen ist, bin ich auf die Mutterfirma ,Länderbahn' gar nicht mehr gut zu sprechen. Das Vogtland erschien bisher als positive Ausnahme im Firmenverbund."

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