Auto-Pionier August Horch groß gefeiert

Zum 150. Geburtstag des legendären Konstrukteurs drehte sich rund um die Horchfabrik alles um Autos: von Oldtimer bis zum Elektro-Gefährt. Gefragt waren auch Vorträge und eine besondere Foto-Idee.

Reichenbach.

So viele Horch-Autos wie am Samstag hatte Reichenbach noch nie. Dafür sorgten Besucher der Geburtstagsfeier zum 150. Geburtstag von August Horch rund um die Horchfabrik. Die Jüngsten malten jede Menge dieser Autos nach historischem Vorbild mit Kreide auf die Straße vor der AWO-Kindertagesstätte "August Horch" und die ehemalige Horchfabrik, die heute Zentrum der AWO Vogtland, Bereich Reichenbach, ist.

"Wir wissen nicht, wie Ingolstadt den Geburtstag feiert", sagte AWO-Geschäftsführerin Marion Lange. "In Horchs Geburtsstadt Winningen gibt es eine Festveranstaltung. Wir sind quasi die Dritten in Deutschland, die August Horch ehren." Dabei ist der Automobilbau, mit dem der Auto-Pionier 1902 an der Oberen Dunkelgasse Reichenbach begann, nicht das Hauptthema des Vereins, der neben zahlreichen Kindertagesstätten ein Pflegezentrum und zwei Schullandheime betreibt sowie Beratungsdienste und Jugendarbeit anbietet. "Wir versuchen trotzdem immer, das Thema einfließen zu lassen. Heike Müller, die Enkelin von August Horch, kommt uns gern besuchen. Hans-Jürgen Löffler hilft uns sehr mit seiner wechselnden Ausstellung. Auch zum Horch-Museum Zwickau haben wir gute Verbindungen", so die Geschäftsführerin. Wenn sie am Wochenende zu ihren Diensträumen kommt, sieht sie immer Besucher, die sich am Pavillon mit den Oldtimern die Nasen platt drücken. "Wir haben mit den Kindern Aushänge gestaltet und uns über August Horch unterhalten", charakterisierte Erzieherin Anja Seemann die Verbindung zwischen Nachwuchs und Auto-Pionier.

Dass die alten Autos und Horchs Wirken nichts an Faszination verloren haben, bewies der gut gefüllte Beratungsraum, wenn der frühere AWO-Geschäftsführer Steffan Günther Vorträge zu August Horch und seiner Reichenbacher Zeit hielt. Hans-Jürgen Löffler erklärte neugierigen Gästen: "Jedes Auto wurde auf dem Liebauberg getestet und musste die Steigung meistern." Er war mit seinem Horch-Auto Baujahr 1937, das zeitweise im Pavillon steht, ein gefragter Gesprächspartner.

Kinder bastelten kleine Holzautos, die an die ersten Automobile erinnern. Überhaupt stand am Samstag alles im Zeichen der Autos, wobei die AWO den Spagat von Oldtimern des Reichenbacher Oldtimerclubs bis zum Elektroauto der Stadtwerke Reichenbach meisterte. Der Horch-Kindergarten war geöffnet. Auch das Pflegezentrum bot Führungen an. Für viel Spaß sorgte ein historisches Fotoshooting mit einem Bild, in das zwei Personen ihre Köpfe stecken und so eine Zeitreise ins beginnende 20. Jahrhundert unternehmen konnten - allerdings ohne eigenes Fahrzeug.


Zur Person

August Horch wurde am 12.10.1868 in Winningen als Sohn eines Schmiedemeisters geboren. Nach Kindheit, Schulbesuch und Lehre im väterlichen Betrieb ging er als Schmiedegeselle auf Wanderschaft, bis hinauf in den Balkan. Anschließend studierte er am Technikum in Mittweida und schlug danach seine berufliche Laufbahn ein, die den Maschinenbauingenieur unter anderem ins Vogtland nach Reichenbach führte und ihn zum Gründer der Unternehmen A. Horch & Cie sowie später der Audiwerke werden ließ. Horch starb am 3. Februar 1951. (em)

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