Begegnungsstätte soll Bierzelt ersetzen

Das Blasmusikfest am 3. Oktober ist gerettet. Die Hirschsteiner Musikanten erhalten jede Menge Hilfe und haben mit ihrem Plan B den OB überzeugt.

Reichenbach.

Plötzlich geht alles ganz schnell. Ein Krisentreffen vorigen Mittwoch im Rathaus löste den Knoten für das Blasmusikfest, das nun doch Bestandteil des Bürgerfestes am 3. Oktober in Reichenbach sein soll. Während Oberbürgermeister Raphael Kürzingers (CDU) Bürochef Tobias Keller Anfang April eine Absage für das Event im bisher üblichen Rahmen erteilt hatte, nimmt die Stadt die Organisatoren von den Hirschsteiner Musikanten um Vereinschef Peter Zippel nun wieder mit ins Boot. So gibt es einen Zuschuss von 2500 Euro. "Wie in den Vorjahren", sagt Kürzinger und sieht die besten Voraussetzungen, um neu durchzustarten. Wenn das Bürgerfest gelaufen ist, will er sich mit den Akteuren zusammensetzen und für 2019 und darüber hinaus planen.

Ein Hauptgrund für den zwischenzeitigen Rückzieher der Stadt war der Wegfall eines Bierzeltes. Der langjährige Partner, Getränkefachhändler Bernd Hiemer, war wegen des drohenden erheblichen Defizits ausgestiegen. Doch als die Nachricht von der fehlenden Lokation die Runde machte, erhielten die Hirschsteiner fünf Angebote, darunter für das Neuberinhaus und den Saal des Christlichen Zentrums CVJM.

Letztlich werden die fünf Blasmusikkapellen am 3. Oktober in der Begegnungsstätte am Nordhorner Platz auftreten. Organisator Peter Zippel: "Es ist die beste Lokalität - vom Charakter her und auch von den Kosten." Der Saal bietet Platz für bis zu 300 Gäste, die Akustik - das wissen die Hirschsteiner aus eigenem Erleben - ist dort sehr gut.

Zwischenzeitig hatte Peter Zippel bereits aufgegeben. Doch die Unterstützung in Reichenbach und über die Stadtgrenzen hinaus war "geradezu unglaublich", sagt der Organisator. Und so wollen Mitglieder der Hirschsteiner Musikanten, des VDK Reichenbach, des CVJM und etliche Bürger gemeinsam anpacken, um das Fest zu stemmen.

Die Bäckerei Groß unterstützt den Kuchenbasar, die Metzgerei Dölz stellt preisgekrönte Produkte für ein Wissensquiz zur Verfügung. Die Firmen André Martin und Jörg Tiepmar stellen die Veranstaltungstechnik, das Sporthaus Reinhardt druckt eine T-Shirt-Sonderedition und stellt den Erlös fürs Fest zur Verfügung. Und, und, und ...


Kommentar: Bürgersinnbeispielhaft

Reichenbach zeigt Haltung. Als die Stadtspitze im Blasmusikfest mehr den Kostenfaktor sah und weniger friedliches Volksfest und Alleinstellungsmerkmal, da haben Vereine, Firmen und Bürger die Sache in die Hand genommen. Angesichts der breiten Unterstützung hebt die Stadtspitze jetzt den Daumen. Man muss kein Blasmusik-Fan sein, um sich mit den Hirschsteinern darüber zu freuen.

Das Beispiel Blasmusikfest zeigt aber auch, wo es zurzeit hakt in Reichenbach. Der poltrige Umgang von OB Kürzingers nassforschem Bürochef Tobias Keller mit engagierten Ehrenamtlern etwa. Es spricht für den OB, dass er die Sache in die Hand nahm und nach langer Hängepartie eine Lösung mit trägt. Der kursierende Spruch vom "unterkellerten Rathaus" kann Kürzinger nicht gleichgültig sein. Denn das erwarten die Menschen von ihrem Stadtoberhaupt: Verlässliches Handeln und klare Führung!

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