"Begonnene Dinge erst mal abschließen"

Wahlen 2019: Stefan Schönfeld findet, dass sich die Gemeinde zurzeit verzettelt. Viele Neumarker kennen ihn durch sein Engagement für das Freibad.

Neumark.

Wo liegt eigentlich sein Wohnzimmer? Im Haus oder im Neumarker Freibad? Diese Frage ist bei Stefan Schönfeld gar nicht so leicht zu beantworten. Immerhin ist der Einzelkandidat für die Bürgermeisterwahl am 26. Mai ziemlich oft neben dem blauen Schwimmbecken anzutreffen. Als Vorsitzender des Fördervereins "Neumarker-Badoase agil" engagiert er sich für den Erhalt der Freizeiteinrichtung.

Wenn der 57-Jährige seine sechs Gegenkandidaten tatsächlich hinter sich lässt und als neuer Hausherr ins Rathaus einzieht, ist damit aber Schluss. "Sollte ich Bürgermeister werden, lege ich den Vorsitz nieder", kündigt Schönfeld an. Immerhin muss er dann strikt neutral sein. Die nötige Zeit für sein Ehrenamt - das ist sowohl ihm als auch seiner Lebensgefährtin klar - hätte er wohl ohnehin nicht mehr. Immerhin hat er sich einiges vorgenommen. "Bevor ich neue Dinge angehe, will ich erst mal die begonnenen abschließen", kündigt er an. "Aus meiner Sicht hat sich die Gemeinde in den vergangenen Jahren verzettelt."

Ein Beispiel dafür sei das Vereinshaus, das schon seit langer Zeit saniert werde. Genutzt könne es aber aus Brandschutzgründen nach wie vor nicht. "Da ist extra eine Rampe für Rollstuhlfahrer gebaut worden", sagt Schönfelder. "Aber eine Behindertentoilette gibt es dort bislang nicht." Dann wäre da noch die Oberneumarker Straße. Ein Teil sei schon vor längerer Zeit saniert worden. Doch der Rest hätte es aus seiner Sicht ebenfalls bitter nötig. "Genau das meine ich", so Schönfeld. "Erst mal an die Oberneumarker Straße einen Haken setzen, bevor man irgendwo ganz woanders im Ort das nächste Straßenbauprojekt startet."

Zurzeit besucht Schönfeld die Sitzungen des Gemeinderats sowie der Ortschaftsräte, um herauszufinden, wo jeweils der Schuh drückt. Was er schon gelernt hat: Die spannendsten Themen stehen nicht immer auf der Tagesordnung. "Im Gemeinderat haben sich Leute aus Reuth über den schlimmen Zustand der Gartenstraße unterhalten", nennt Schönfeld ein Beispiel. "Teilweise wollen da die Pflegedienste wohl schon gar nicht mehr hinfahren." Der 57-Jährige setzte sich ins Auto und musste den Reuthern Recht geben. "Ich denke, im Bereich Gartenstraße und Am Schafweg könnte man schon mit einfachen Mitteln viel machen, um die Lage zu verbessern."

Was er sonst noch anpacken will, wenn ihn die Neumarker zum Bürgermeister wählen, will er erst entscheiden, wenn er als neuer Rathauschef Kassensturz gemacht hat. "Es wäre unehrlich, jetzt Dinge zu versprechen, ehe ich die Zahlen kenne", so Schönfelder. Und wenn er nicht als neuer Bürgermeister ins Rathaus einzieht? "Dann arbeite ich weiter im Außendienst, denn mein Beruf macht mir durchaus Spaß", so der 57-Jährige. "Und für den Gemeinderat kandidiere ich ja ebenfalls. Einbringen will ich mich in jedem Fall."

Freie Presse stellt die Neumarker Bürgermeisterkandidaten in loser Folge vor.

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