Belasteter Aushub im alten Steinbruch

Der grundhafte Ausbau der Foschenrodaer Straße hat begonnen. Radioaktiv kontaminiertes Material macht dabei Probleme.

Netzschkau.

"Freie Presse"-Leser schlagen Alarm. Oberhalb der Tankstelle in Netzschkau, so machen sie aufmerksam, wird im Wald Erdreich abgekippt. Und es machen Gerüchte die Runde: Das Material soll verstrahlt sein. Was ist da los?

"Auch bei mir häufen sich die Anfragen dazu", erklärte Bürgermeister Mike Purfürst (Gewerbeverein) der "Freien Presse". Die Stadt habe der Firma Loebel Bau die Fläche in einem alten Steinbruch zur Verfügung gestellt, damit sie dort Erdmassen vom Bau der Foschenrodaer Straße zwischenlagern kann. Und Purfürst bestätigt: "Ja, das ist radioaktiv kontaminiertes Material, wie es einst im ganzen Vogtland beim Straßenbau verwendet wurde." Das Wismut-Material sei beim Straßenbau bis zur Wende 1989/90 gern eingesetzt worden.

Heute muss sich die Stadt Netzschkau um die einstige Kreisstraße kümmern. Jetzt, wo zehn Jahre nach dem Versprechen des damaligen Bürgermeisters Werner Müller (SPD) endlich der grundhafte Ausbau der Foschenrodaer Straße inklusive des von den Bürgern ersehnten Kanalbaues begonnen hat, sei die Stadt für die Entsorgung des belasteten Aushubs verantwortlich. Der alte Steinbruch sei mit seiner abgegrenzten Fläche als Zwischenlager gut geeignet, erklärt der Bürgermeister. Eine Abdichtung erfolge ebenso wie ein Abdecken der Erdmassen mit Folie. Das Material müsse dann von Experten beprobt werden, bevor es zur Entsorgung in die Nähe von Leipzig transportiert wird, schildert Purfürst das Prozedere. Die Berge kommen also wieder weg, deutlich vor Fertigstellung der eigentlichen Baumaßnahme Ende 2019.

An der Foschenrodaer Straße sind zwei Bauabschnitte geplant. Der erste reiche bis hoch zum Teich. Auch Fußwege und eine neue Straßenbeleuchtung sind vorgesehen, ebenso die Breitbandverkabelung.

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