Beliebter Fagottist geht in den Ruhestand

Adrian Joitoiu hat die Gründung und die weitere Geschichte der Vogtland Philharmonie Greiz- Reichenbach miterlebt. Tausende Kinder konnten ihn hören.

Reichenbach.

Stefan Fraas, Intendant der Vogtland Philharmonie Greiz-Reichenbach, sagte über die Leistungen des stellvertretenden Solo-Fagottisten Adrian Joitoiu zur Verabschiedung in den Ruhestand: "Sie gehören zu den langjährigen und stets zuverlässigsten Musikern unseres Orchesters mit hoher künstlerischer Leistung!" Solo-Fagottist Willi Hirsch schloss sich im Namen aller Holzbläser des Klangkörpers an. Er hob zudem das kollegiale Zusammenwirken von Joitoiu und den Musikern hervor.

Der aus Rumänien stammende Fagottist begann 1984 seine Engagement im Sinfonieorchester Greiz. Der heute 65-jährige erlebte die Turbulenzen der politischen Wende um 1989 samt der Fusionierung mit dem Vogtlandorchester Reichenbach zur Vogtland Philharmonie mit. Er war mittendrin beim Start und der vom Publikum getragenen Entwicklung des Klangkörpers. Vor allem erinnert sich Joitoiu gern an die Höhepunkte, als die Philharmonie als musikalischer Botschafter der Region in europäischen Ländern Erfolge feierte. Er war auch bei Konzerten in China mit von der Partie. Auch die Auftritte in Konzerthäusern wie dem Gewandhaus Leipzig oder im Berliner Konzertsaal am Gendarmenmarkt reihen sich in die Höhepunkte ein.

Vielen Schülern wird der Fagottist als der Großvater in "Peter und der Wolf" von Sergei Prokofjew im Rahmen vieler Konzerte der Reihe "Kids meet Classic" bekannt sein. Joitoiu weiter: "Das sehr schöne Kontrafagott-Solo der Suite ,Ma mere l oye' von Maurice Ravel mag ich sehr. Einer der letzten musikalischen Höhepunkte, bevor die Coronapandemie uns traf, war unumstritten das Sinfoniekonzert mit dem Bolero von Maurice Ravel."

Von Kindheit an war der Weg von Joitoiu von Musik geprägt. Sein Vater war Jagdflieger, die Mutter führte in Bukarest ein eigenes Modehaus und spielte in ihrer Freizeit leidenschaftlich Klavier. Das war die Inspiration für den Jungen, der älteste von drei Geschwistern. Er wurde in einer Bukarester Spezialschule bis zur siebenten Klasse im Fach Klavier unterrichtet. Bis zum Abitur besuchte er eine Spezialschule im Fach Fagott. Es schlossen sich ein Studium an der Bukarester Musikhochschule an. Seine erste Anstellung fand er im Sinfonieorchester Konstanza. Während dieser Tätigkeit führten ihn Tourneen durch Europa. Sein Wunsch, in der Philharmonie Bukarest zu spielen, erfüllte sich nicht. Es war keine Stelle frei. Sein mittlerer Bruder spielte zu der Zeit im Saalfelder Sinfonieorchester, den er eines Tages besuchte. Da es ihm in der Region gefiel, wurde sein Wunsch geweckt, ebenfalls in der DDR zu spielen. Um in der Nähe seines Bruders zu bleiben, bot sich Greiz an. Nach einem Probespiel beim Staatlichen Sinfonieorchester begann seine Laufbahn im Vogtland. Eine Rückkehr nach Rumänien stand nicht mehr zur Debatte, weil er im Vogtland eine Familie gründete. Wie sieht sein neuer Lebensabschnitt aus: "Die Leidenschaft zur Musik wird immer bleiben. Vorerst möchte ich etwas zur Ruhe kommen und vor allem auf die Gesundheit achten, viel Zeit an der frischen Luft verbringen, offen sein für alles Schöne, was noch kommt und mein Heimatland Rumänien besuchen," so der Musiker. (reun)

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