Beschwingte Melodien erklingen mit viel Gefühl

Die Operettengala der Vogtland Philharmonie wurde zu einem Besuchermagnet auf der Kleinen Gartenschau. Dabei gelang einen Liebeserklärung an die Musikrichtung.

Reichenbach.

War das eine "Gala der Operette", was Mittwochnachmittag im Park der Generationen in Reichenbach im Rahmen der Kleinen Gartenschau geboten wurde? Der an sich gut klingende Name traf es wohl nicht ganz. Es war ein Stück mehr, was da passierte: Die Operettengala wurde zu einer eindrucksvollen Liebeserklärung an die Musikrichtung. Eine solche Erklärung gelang der unter Generalmusikdirektor Stefan Fraas spielenden Vogtland Philharmonie Greiz-Reichenbach, der Sopranistin Jeannette Wernecke und auch den etwa 700 Zuhörer, die den Platz vor der großen Freilichtbühne knapp werden ließen.

Das Publikum hatte nach einer reichlichen Stunde mit Operetten-Melodien nonstop noch längst nicht genug und durfte sich über Zugaben freuen, darunter erklang Johann Schrammels ewig junger Marsch "Wien bleibt Wien."


Zuvor hatte die Philharmonie auch Schwergewichtigeres zu schultern - so Franz Lehárs Ouvertüre zu "Das Land des Lächelns" oder Franz von Suppés "Leichte Kavallerie". Dabei umschiffte das Ensemble nicht nur souverän die beträchtlichen spieltechnischen Klippen; man fand auch zu überzeugenden, in die Zeit passenden Interpretationen. Es wurden keine Abstriche in Sachen Gefühl, echter und beschworener Tragik gemacht. Aber das geschah ohne übertriebene Dehnungen des Tempos oder dick auftragendes Pathos. Die Musik blieb im Fluss, und man ließ sich keine Gelegenheit entgehen, Esprit und Geschwindigkeit zu entfalten.

Stefan Fraas am Pult strahlte enge Verbundenheit mit dem Operettenfach wie dem Orchester aus und stand einmal mehr für eine klare, natürlich bleibende Zeichengebung. Darüber hinaus bestritt der Dirigent gekonnt die Moderation, wusste zu Komponisten und Stücken manches Interessante und Verblüffende mitzuteilen.

Die aus Nordhausen stammende Solistin Jeannette Wernecke, schon oft von der Philharmonie verpflichtet, ist in der Lage, ein solches Programm bravourös mit zu tragen. Die Sängerin verfügt über die nötige Stimmkraft, Sicherheit in der Höhe, eine helle, warme Klangfärbung und zeichnet sich durch eine berührende, alles in die Waagschale werfende Hingabe aus. Hinzu kommt bei ihr noch eine ungemein breite Palette des Ausdrucksvermögens: Wernecke trifft den hohen, majestätischen Ton von Robert Stolz' "Du sollst der Kaiser meiner Seele sein", kann aber bei einem Couplet wie Paul Burkhards "O mein Papa" auch wunderbar schlicht und naturbelassen klingen.

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