Besucher auf Burg Mylau erleben Attraktionen wie im Mittelalter

Das Fest in den historischen Mauern bot für jedes Alter Spaß und Staunenswertes. Mancher genoss dabei den ganz großen Knall.

Mylau.

Auf dem malerischen Gelände der Burg Mylau wurde am Wochenende das 20. Burgfest gefeiert. Viele Besucher, manche von weither angereist, zog es auf die Kaiserburg. Mittelalterlich Gewandete mischten sich dabei unter das nach heutiger Sitte gekleidete Volk. Sie alle erlebten ein buntes Fest mit Musik, Schaukämpfen und Vorführungen. Es waren beispielsweise Puppenspieler, Kunsthandwerker, Händler, allerlei Beschäftigungsangebote sowie Speis und Trank zu entdecken. Wer wollte, konnte sich die Burg bei Führungen anschauen, zu denen Museumsleiterin Sina Klausnitz einlud. 18 Ritter der Ritterschaft zu Reychenfels unterhielten zudem die Besucher mit Kraft, Herz und Witz. Dabei durfte auch der Nachwuchs mitkämpfen. In den vergangenen Jahren hat sich das Fest immer mehr zum Angebot für die ganze Familie entwickelt.

Beschäftigungsangebote warteten auf Neugierige. Im oberen Burghof krachten die Armbrust-Bolzen gegen das Holz, gleich neben einem Karussell mit Handantrieb. Papas knieten oder saßen neben dem Zelt der Gauklerschule im Burggarten und versuchten, ihren Sprösslingen das Jonglieren oder andere kleine Kunststücke beizubringen. Bälle, Kegel, Teller, Stöcke, Reifen und anderes lagen dafür bereit. Mamas begleiteten die Töchter beim Eselsritt oder standen bei Christina Damm an. Sie verwandelte Gesichter in Schmetterlinge, Dornröschen, Seepferdchen oder Schlangen. Wer es etwas gruseliger mochte, konnte aus Bildern auch ein Stachelmonsterlein, den Feuerkobold oder einen Drachen auswählen. Etwas Mut gehörte schon dazu, sich mit einem ziemlich großen Kolkraben fotografieren zu lassen. Einige Nachwuchsritter hatten sich gleich nach dem Kassenhäuschen mit diversen Holzschwertern, Helmen und anderen Ausrüstungsgegenständen eindecken lassen, um gut gerüstet in das mittelalterliche Treiben einzutauchen. Auf dem Burgberg waren einige Stände aufgebaut.

Fast schon entspannt ging es im Kulturgarten des Gärtnerhauses zu, allerdings nur für Besucher. Hausherrin Sabine Fischer meldete am Samstagnachmittag "ausverkauft" für Erbsensuppe oder "Bauernfraß", was nichts anderes als ein Gulasch war. Für den Sonntag musste sie frisch kochen.

In der Vorburg hatte Die Ehrbare Mannschaft des Vogtlandes Station gemacht. Dort wurde die spätmittelalterliche Kriegsführung demonstriert. Wer die Mittelalterdarsteller nicht sehen konnte, konnte sie zumindest hören. Drei Mal hatte Steffen Kretzschmar am Samstag die Replik eines Pulvergeschützes aus dem 15. Jahrhundert startklar gemacht, mit Grieß und Pulver. Zwei Mal wurde am Sonntag geschossen. Das Original von 1450 wurde einst mit Steinkugeln geladen. Die 200 Kilogramm schwere Kanone hatte eine Reichweite bis 300 Metern. Fünf Stück dieser Kanone, die im Original in der Schweiz steht, sind in Schwarzenberg nachgefertigt worden. In der Zeit zwischen den Vorführungen mussten die Mittelalterdarsteller Fragen beantworten. Ein Junge wollte wissen, wie man den Kanonenlärm verträgt. "Ich stecke mir etwas in die Ohren", sagte Steffen Kretzschmar. Der Frager erfuhr auch, dass das "komische Holzgestell", an dem die Kanone verankert ist, Kran heißt. "Und in den Schusswänden neben der Kanone blieben die Pfeile stecken", wusste der Junge. Bei Fortgeschrittenen tauchten Fragen nach Gewicht oder Rückstoß auf.

Wer die ehrbare Mannschaft verpasst hat, hat demnächst noch einmal Gelegenheit zum Zuschauen. Nach sieben Jahren Abstinenz findet wieder ein Trosstreffen am Schloss in Netzschkau statt, vom 2. bis 6. Oktober. Dabei kommen noch andere Mittelaltergruppen auf das dortige Gelände. Die Veranstaltung ist zwar nichtöffentlich, jedoch freuen sich die Mittelalterfreunde über Neugierige, die sich für ihr Hobby interessieren.

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